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Dezember 2017

Sonntag, 31 Dezember 2017

Ordnung PDF Drucken E-Mail schreiben
Sonntag, den 31. Dezember 2017 um 00:00 Uhr

Ordnung zu halten als Zeichen der Schwäche begreifen.

Ordnung lähmt die Spontaneität.

Ordnung behindert das Kreativsein.

In der bürgerlichen Ordnung gefriert das Leben.

Jede Einzelheit ist wichtig, alles muss an seinen Platz,

aber das Leben als ganzes spürt man nicht mehr.




Samstag, 30 Dezember 2017

Einsammeln PDF Drucken E-Mail schreiben
Samstag, den 30. Dezember 2017 um 00:00 Uhr

Für viele besteht das Leben darin,

die in der Jugend vollmundig entworfenen Pläne wieder einzusammeln.

Das Dasein verläuft in aller Regel einige Nummern kleiner.

Das will heiter ausgehalten sein.



Freitag, 29 Dezember 2017

Unübersichtlich PDF Drucken E-Mail schreiben
Freitag, den 29. Dezember 2017 um 11:51 Uhr

Wenn heute etwas fortschreitet,

dann wird es unübersichtlich.

Ausdifferenzierung zum Komplexen hin

verträgt sich nicht mit dem einfachen Leben.



Donnerstag, 28 Dezember 2017

Dilettanten PDF Drucken E-Mail schreiben
Donnerstag, den 28. Dezember 2017 um 00:00 Uhr

"Es gibt in allen Sprachregionen immer noch gute Schriftsteller,

aber aus dem Geschnauf der Dilettanten ist ihr Atemzug kaum herauszuhören.

Die Zeit, als Seele zu Seele sprach, als durch Zeit und Raum Ruf und Antwort des menschlichen Geistes strömten, 

ist vorbei."


Sándor Márai: Tagebücher 3. 1976-19083. Ausgewählt und aus dem Ungarischen übersetzt von Hans Skirecki. 

Herausgegeben von Siegfried Heinrichs, Berlin/St.Petersburg 2001, S.156



Mittwoch, 27 Dezember 2017

Plastikzeitalter PDF Drucken E-Mail schreiben
Mittwoch, den 27. Dezember 2017 um 00:00 Uhr

"Es gab ein Goldenes Zeitalter - von Sophokles über Dante bis Shakespeare.

Dann gab es das Silberne Zeitalter - von Goethe über Jókai und Tolstoi bis Proust.

Jetzt haben wir das Plastikzeitalter."


Sándor Márai: Tagebücher 3. 1976-1983. Ausgewählt und aus dem Ungarischen übersetzt von Hans Skirecki.

Herausgegeben von Siegfried Heinrichs, Berlin/St.Petersburg 2001, S.156



Dienstag, 26 Dezember 2017

Malen PDF Drucken E-Mail schreiben
Dienstag, den 26. Dezember 2017 um 05:34 Uhr

Malen sei besser als Schreiben.

Wer malt, ist der Wahrheitsfrage nicht so unmittelbar ausgesetzt wie der Schriftsteller.

Schon Goethe vertrat diese Auffassung.

Stimmt sie?

Es gibt doch auch die Wahrheit von Bildern.



Montag, 25 Dezember 2017

Poesie verstehen PDF Drucken E-Mail schreiben
Montag, den 25. Dezember 2017 um 00:00 Uhr

Wer behauptet, er verstünde Poesie, der versteht sie nicht.

In jedem guten Gedicht steckt ein Geheimnis,

das nicht auf den Begriff zu bringen ist.



Sonntag, 24 Dezember 2017

Hören PDF Drucken E-Mail schreiben
Sonntag, den 24. Dezember 2017 um 00:00 Uhr

Können wir das noch,

inmitten des ökonomisch motivierten Lärms

auf das Eigene hören?


Allen, die meine Kulturseite besuchen, wünsche ich ruhige Festtage.

Peter Kern



Samstag, 23 Dezember 2017

Uffizien PDF Drucken E-Mail schreiben
Samstag, den 23. Dezember 2017 um 06:38 Uhr

"Sooft ich aus den Uffizien komme, setzt mir auf der Terrasse eines Cafés an der Piazza delle Signoria der Ober einen giftig dampfenden Schwarzen vor; ich empfinde Ekel...

Den Ekel löst die Empfindung aus, daß ich in einer Welt leben muß, in der man Kunst zu nennen wagt, was nichts anderes ist als eine perverse Leugnung , Zersetzung, Verzerrung all dessen, was Menschen jemals ersonnen und geschaffen haben.

Ekel, daß ich in einer Welt lebe, in der die Uffizien und ähnliche Säle zwar noch Beweise für den hohen Energiegrad des schöpferischen Geistes hüten, aber gleichzeitig maschineller Krach, den man Musik nennt, durch die Welt kreischt, statt Bildern überdrehte oder hämische Schmierereien ausgestellt werden und überaus gelehrte Bücher uns mit ernster Miene weismachen wollen, das sei Kunst.

Ich empfinde Ekel, weil mich empört, daß dies alles möglich ist, weil eine ganze Generation duldet, daß Pfuscher und Markthändler den Geist und die Kunst durch bauernfängerischen Unsinn ersetzen, daß sie denen, die vor dem Terror des Konformismus und Nihilismus fliehen, die letzte verblieben Zuflucht, die Kunst, verschandeln, wie Schopenhauer es vor hundert Jahren ausdrückte.

Sooft ich aus den Uffizien trete und die Stufen des Palazzo hinabsteige, schäme ich mich, Zeitgenosse zu sein."


Das schrieb immerhin ein Nobelpreisträger der Literatur,

Sándor Márai: Tagebücher 4. 1968-1975. Ausgewählt und aus dem Ungarischen übersetzt von Hans Skirecki. Herausgegeben von Siegfried Heinrichs. Oberbaum Verlag Berlin/St.Petersburg 2001, S.168


"...Uffizien und ähnliche Säle...": Prado, Louvre, Borghese, Barberini, Capodimonte, das Brüsseler Museum, das New Yorker Metropolitan, die Sammlung Frick, das Washingtoner National. Mit den Uffizien verglichen ist das, für Sándor Márai, alles "ärmlich", S.167


Vgl. auch Jules Romains: Offener Brief gegen eine weltweite Verschwörung. Aus dem Französischen übersetzt von Alfred Stolz-Dorlawall. Molden Verlag Wien/München/Zürich, dt. 1970

Sándor Márai

Jules Romains

Uffizien



Freitag, 22 Dezember 2017

Schmutzig PDF Drucken E-Mail schreiben
Freitag, den 22. Dezember 2017 um 00:00 Uhr

Wir leben in einer schmutzigen Welt.

Sie beleidigt das Auge

und führt zu Atemnot.


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