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Januar 2018

Donnerstag, 18 Januar 2018

Überflüssig PDF Drucken E-Mail schreiben
Donnerstag, den 18. Januar 2018 um 13:39 Uhr

Kosmisch gesprochen, ist die Erde überflüssig,

und ich bin auf ihr der überflüssigste Mensch.

Wie kann man sich auf diesem Staubkorn im All

nur so aufplustern und wichtig nehmen!

Wir Menschen sind voll von Hybris.

Wir toben uns zügellos in anmaßender Selbstüberschätzung auf der Erde aus.

Die Folgen sind täglich zu besichtigen: Leid und leiden, wohin man auch blickt.


Vgl. den ERGÄNZUNGSTEXT von Hans Wittig: Hoffnung im Elend der Lieblosigkeit.



Mittwoch, 17 Januar 2018

Zu spät PDF Drucken E-Mail schreiben
Mittwoch, den 17. Januar 2018 um 00:00 Uhr

Wenn uns die Einsicht überfällt,

dass wir ganz anders leben

als wir leben möchten,

ist es für die meisten Menschen zu spät.

Die Sanduhr im hohen Alter noch einmal umzudrehen,

macht die Jahrzehnte des Frusts nicht ungeschehen.



Dienstag, 16 Januar 2018

Vergiftet PDF Drucken E-Mail schreiben
Dienstag, den 16. Januar 2018 um 00:00 Uhr

Die verkrampfte Unzufriedenheit derer,

die täglich im Hamsterrad lustlos funktionieren,

vergiftet das tägliche Miteinander.


In einem Gespräch mit Vierzig- bis Fünfzigjährigen,

alle beruflich erfolgreich,

war nicht einer dabei, der seinen Job aus innerer Überzeugung begeistert wahrnahm.



Montag, 15 Januar 2018

Zögling Törless PDF Drucken E-Mail schreiben
Montag, den 15. Januar 2018 um 00:00 Uhr

Das sind alles Pubertätsgeschichten einer vergangenen Epoche:

Wedekinds Frühlingserwachen,

Emil Straußens Freund Hein,

Hesses Unterm Rad.

Nicht so das Buch von Robert Musil:

Die Verwirrungen des Zöglings Törless.

Hier wurde, wie Musil in einem Gespräch erläuterte,

"die Triebstruktur des Dritten Reichs" visionär vorausbeschrieben.

Angesichts der aktuellen politischen Lage in Europa ist das ein gewichtiges Argument,

den Törless neu zu lesen.


Sadistische Spiele auf dem Dachboden. Walter Jens über Robert Musil: 

Die Verwirrungen des Zöglings Törless (1906), in:

Romane von gestern - heute gelesen. Band I, herausgegeben von Marcel Reich-Ranicki, 

Frankfurt/Main 1996, erweiterte, aktualisierte Ausgabe, S. 61


Robert Musil





Sonntag, 14 Januar 2018

Gedanklich fühlen PDF Drucken E-Mail schreiben
Sonntag, den 14. Januar 2018 um 00:00 Uhr

Was wir rational nicht verstehen, das lehnen wir allzu gerne ab.

Wir geben dem Nichtverstandenen die Schuld, dass wir es nicht verstehen.

Das ist eine erkenntnistheoretische und wahrnehmungspsychologische Bankrotterklärung.

Worauf es in solchen Fällen ankäme:

Nicht kalt zu räsonieren,

sondern gedanklich zu fühlen.




Samstag, 13 Januar 2018

Leere Seiten PDF Drucken E-Mail schreiben
Samstag, den 13. Januar 2018 um 08:52 Uhr

Wovon man keine Erfahrung hat, davon soll man schweigen.

O, nähmen diesen Satz Journalisten ernst, 

dann bliebe so manche Zeitungsseite leer.


Hinweis

Zu meinem Tagebucheintrag vom 17.12.207 gibt es einen Nachtrag.



Freitag, 12 Januar 2018

Nerven PDF Drucken E-Mail schreiben
Freitag, den 12. Januar 2018 um 00:00 Uhr

Männer, die das Kind in sich verloren haben, nerven.

Männer, die Kinder geblieben sind, nerven noch mehr.



Donnerstag, 11 Januar 2018

Hören PDF Drucken E-Mail schreiben
Donnerstag, den 11. Januar 2018 um 00:00 Uhr

Rechtzeitig gelernt zu haben, auf das Eigene zu hören und diesem Eigenen zu folgen,

hätte mir so manchen Umweg erspart.

Auf keinen Fall wäre ich Professor für Erziehungswissenschaft geworden.

Was pädagogisch geboten ist, kann in Seminaren und Vorlesungen nicht vermittelt werden.

Und das schon gar nicht unter den heutigen Hochschulbedingungen.



Mittwoch, 10 Januar 2018

Aggressive Antworten PDF Drucken E-Mail schreiben
Mittwoch, den 10. Januar 2018 um 00:00 Uhr

Talkshows bieten keine schöpferischen Gespräche.

Bestenfalls sind sie Debattierrunden

voll vorhersehbarer Fragen und mürrisch-aggressiver Antworten.



Dienstag, 09 Januar 2018

Schmutzige Hände PDF Drucken E-Mail schreiben
Dienstag, den 09. Januar 2018 um 00:00 Uhr

Gibt es noch Flecken auf dieser Erde,

die von der schmutzigen Hand des Menschen unberührt blieben?

Kenner der Umweltmisere behaupten: Nein!


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Zufällig ausgewählte Glosse

Erkenntnis muss sich nicht mit Wahrheit decken.