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Wille

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Wille - Wollen


Man spricht meistens von „dem“ Willen, also substantivisch. Philosophisch und psychologisch gerät man damit in die nicht lösbare Frage, was ein solcher Wille in seiner Substanz sei.

Das eröffnet in unnötiger Weise zusätzliche Interpretationsprobleme. Dagegen ist die Formel „ich will etwas“  phänomenologisch nachvollziehbar. In ihr wird auch nicht die Einheit der Person zerrissen: Ich als ganze Person will dies oder das. Formuliert man aber: „Ich habe einen Willen“, dann erscheint dieser „Wille“ als etwas substantiell von meiner Person Isoliertes. Trennungen werden nötig, bis hin zu metaphysischen Fragen, etwa der, ob es  in mir als Person einen „freien“ oder „unfreien“ Willen gebe.

In meinen philosophischen Peanuts umgehe ich solche Probleme, indem ich „den Willen“ als eine geistige Funktionsweise begreifen, die verbal ausgedrückt werden kann, und die dadurch empirisch in ihrer jeweiligen Leistung Gegenstand der Erfahrung bleibt. Ich als ganze Person entschliesse mich, etwas zu tun oder zu unterlassen.

Das „Sich-Entschliessen“ bzw. „Sich-Entscheiden“ als intentionaler Akt erscheint dann als das, was nominalistisch als „Wille“ bezeichnet wird. Wenn der Mensch etwas „will“, dann hat er die Wahl-Handlung des Entschliessens vollzogen, dann hat er eine vorweg entworfene Möglichkeit seiner selbst gewählt.

„Wollen“ im prägnanten Sinne ist also die Wahl-Handlung des Entschlusses und die Bewahrung dieses Entschlusses bis zu seiner Realisierung.

Über die mein „Entschliessen“ bestimmenden „Beweggründe“, über die „Motive“ meines „Wollens“, ist gesondert zu sprechen; auf den Rückbezug zu den meine Person als ganze bestimmenden Grundbefindlichkeiten sei hingewiesen: Ich „will“ etwas aus der Stimmung der Angst, desGlückes“, der Liebe.

Wille

Michael Großmann: Zum wirklichen Glück


Peter Kern



 


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