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Moderne

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Moderne





Der zivilisatorische Optimismus der sich selbst missverstehenden Aufklärung hat sich zu voller Brutalität entfaltet. Auch ein Fortschritt.


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Im Versuch, Moral auf Vernunft zu gründen, ist die Aufklärung bisher gescheitert. Das muss kein Dauerzustand sein.

Seitdem man die Rationalität der Moderne halbiert hat, ist altmodisch ein notwendiger Kampfbegriff geworden.

Ideologen zimmern ihre tödlichen Gehäuse; sie sind nicht zur Vernunft zu bringen.

„Aufklärung ist mir ein lieber Begriff“. Max Frisch. Mir auch. Das Projekt Aufklärung muss allerdings noch weiter geführt werden. Es wird wohl nie an sein Ende kommen.

Je mehr die Moderne nach Freiheit von Schmerz strebt, desto mehr beschädigt sie das Leben.

"Das Solide verschwindet allmählich". Honoré de Balzac.

Der Geist des Historismus ist die grösste Malaise der Moderne.

In der Aufklärung waren Bücher die revolutionäre Armee der Freiheit vom Joch der Feudalherrschaft. In der Demokratie sind sie nur noch Attrappen in der bürgerlichen Schrankwand.

Wer das gesamte Geistesgut der Aufklärung als liquidationsreif erklärt, ist erschreckend wenig über sich selbst aufgeklärt.

Die Transformation des theozentrischen Weltbildes ins anthropozentrische ist noch nicht vollendet. Die aufgeweckten Ideen der Aufklärung sind noch schlaftrunken.

Wohlfühlglück ist eine Erfindung der Moderne. Eudämonia, beatudio, fortuna – das zielte dagegen auf ein gelingendes Leben als Ganzes.

Von der Unordnung und Zerfahrenheit des modernen Lebens: Mangel an Musse.


Peter Kern

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