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Ökologie

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Ökologie





Leben wir zukunftsfähig? Leben Sie zukunftsfähig? Der ökologische Fussabdruck für die Schweiz, für Deutschland.


Banker, die nicht in der politischen Pflicht stehen, diktieren den demokratischen Massen die Spielregeln. Das ist kapitalistischer Feudalismus, jedoch ohne die Würde der alten Aristokratie. Wir haben es nicht einmal mehr mit einem schon immer problematischen Geldadel zu tun, nein, nur noch mit Kapitalgesocks.

Die grosse Gier reisst Wunden, die die kleine Barmherzigkeit nur notdürftig verbindet.

Inmitten von Krämerseelen wirkt der Tugendhafte nur lächerlich. Das will ausgehalten sein.


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Zukunft lässt sich nicht sicherstellend nachweisen. Zukunft ist prinzipiell offen ins Morgen. Das gilt auch für die notwendigen Entwürfe zukunftsfähiger Lebensstile.

Wer den Erfolg einer Tat, die gewagt sein will, im voraus berechnet, wird sie nie begehen.

Nachhaltigkeit ist inzwischen zu einem Behauptungswort geworden, dem in der Realität noch viel zu wenig entspricht. Solange man gewinntrunken von nachhaltigen Ferienflugreisen in andere Kontinente fabuliert, bleibt das Wort unverstanden.

In unserer Zivilisation ist das Künstliche zum Natürlichen geworden. Deshalb begegnen so viele der Natur mit Gleichgültigkeit.

Die Ästhetik des wiederholenden Blicks macht das Ausmass der Zerstörung der Natur sichtbar: Wald - Acker - Wüste - Beton.

Ein einzelner Maikäfer ist ein schönes Tier. Tausend werden zur Insektenplage. Eine Million Menschen sind eine schöne Bereicherung der Natur. Fast sieben Milliarden werden zur Menschenplage.

Die Umweltkrise zieht sich schon zu lange hin. Viele sind ihr gegenüber zynisch geworden.

Entsetzt nehmen wir von jedem Amoklauf eines Einzelnen irgendwo auf der Welt Kenntnis, ohne entsetzt zu sein vom totalen technischen Amoklauf, den wir alle überall pausenlos verüben.

Es brauchte nur zwei lächerlich kurze Jahrhunderte, um aus der bedrohlichen Natur eine bedrohte zu machen.

Abfallentsorgung zu Luft, zu Wasser und in den Boden. Verbrennen, versenken, verbuddeln. Nach uns die Sintflut.

"Phänomenologie ist Zärtlichkeit." Hanspeter Padrutt: Der epochale Winter.

Eine ökologische Gesellschaft zu fordern, ist nicht identisch mit der Fähigkeit, sie auch zu machen, was wiederum kein Grund ist, sie nicht anzustreben. Wir müssen eben energischer an ihr arbeiten.

Mit den heutigen wissenschaftlich-technischen Möglichkeiten wird die Frage nach dem Können durch die nach dem Dürfen überlagert. Wissenschaft und Technik sind nicht wertfrei. Sie haben sich der ethisch legitimierten Moral der Zukunftsfähigkeit zu beugen.

Wer mehr macht, als er verantworten kann, ist kriminell.

Machen wir etwas zum Objekt, zum Gegenstand, dann geht es um Bemächtigung und Überwindung von Widerständen. Wir machen uns zum Herren des Objektes. Wir wollen es besiegen. Doch nicht alles kann und soll Objekt werden. Es gibt auch Teilhabe, die prinzipiell kein Herr-Knecht-Verhältnis kennt. Teilhabe ereignet sich auf Augenhöhe.

Die ökologische Zukunft liegt in der Versöhnung der Objektivität Spartas mit der Subjektivität Athens. Bereits Platon hat diese Versöhnung bedacht. Der realen Welt blieb sie bis heute versagt. Ihre Realisierung ist die überlebensnotwendige Aufgabe des 21. Jahrhunderts.

Mit welchem Recht schreibt der Westen mit den USA an der Spitze der ganzen Welt vor, wie sie zu denken und zu handeln habe? Die westliche Ideologie mit ihrem Warenfetischismus ist nicht zukunfsfähig. Eine Indianerkultur dagegen wäre es.

Wären wir achtsam wie Rainer Maria Rilke, wir gingen schonender durch die Welt.

Der wirklich nachhaltige Reichtum Europas ist der Reichtum seiner Böden. Wir verstecken diesen Reichtum unter Beton.

Die Kette der vorbeifahrenden Automobile riss nicht ab. Und plötzlich wusste er aus nachdenklicher Einsicht: Dieser aggressive Lärm und Gestank ist ein tödlicher Angriff auf das Leben.

In stiller Gewaltlosigkeit mit allem Lebendigen mitleben, statt es im rohen Kampf zu beherrschen.

Ach, wie viele betrügen sich im Wunschdenken, es werde ökologisch schon gut gehen, einem Wunschdenken, das nur ihrer Bequemlichkeit dient.

Der Aufruf Einzelner, die Natur zu schonen und die Würde des Menschen zu bewahren, verhallt in einer Leere von Desinteresse und Müdigkeit.

Die ökologische Krise ist keine Krise unter anderen; sie ist Existenz gefährdend, und das im globalen Horizont.

Es vorziehen, ökologisch erfolgreich zu scheitern, statt ökonomisch abscheulich erfolgreich zu sein: Ein Dummkopf oder ein Visionär?

Wer kurzfristig seine Umwelt besiegt, unterliegt ihr langfristig.

Die Natur braucht mehr Meinungsbegeisterte für zukunftsfähige Projekte. Lasst euch anstecken!

Natur ist das von Menschenhand Zerstörbare geworden.

Öko-Engagement: Wovon sie nichts wissen wollen, das verachten sie.

Ökologen haben keinen Ruf zu verlieren, sie haben einen zu begründen.

Der homo sapiens hat den Planeten Erde befallen wie Bakterien, für die es kein Antibiotikum gibt.

Wir betreiben immer effizienter den kollektiven Exitus.

Die Natur hat kein Eigenrecht mehr. Sie ist nur noch Rohstoff für menschliche Begehrungen, die uns der Eudämonie berauben.

Was noch zu entdecken ist, die Weisheit indigener Völker für ökologische Zukunftsfähigkeit.

Einschwingen in den Kreislauf der Natur: Das Vorhandene achten und pflegen.

Ökologie als Wohnheilkunde begreifen: Wie können wir sinnvoll und zukunftsfähig auf dieser Erde wohnen?

Ein zukunftsfähiger Massstab: Aflaj - Omans jahrtausende altes Bewässerungssystem, das heute noch in Gebrauch ist. Gebaut mit der Natur, in die Natur, ohne Verschleiss und ohne Abfall. Dienlich und schön zugleich.

Auf der Suche nach zukunftsfähigen Lebensstilen: Die Pädagogen sind nicht weiter als ihre Schülerinnen und Schüler, im Gegenteil.

Vorschnelle Begeisterung für Ökologie ist keine Leidenschaft für sie. Erstere verfliegt so rasch, wie sie kam; letztere will ein Leben lang durchgehalten sein.

Einen ökologischen Imperativ, den man verstanden hat und nicht lebt, hat man nicht verstanden.

Die ökologischen Fortschritte im Kleinen werden für den grossen Sieg nicht ausreichen.

In der Haltung müder Vergeblichkeit nicht nachlassen: Öko-Engagement.

"Stifter war der erste Schriftsteller, der vom Verschwinden des Menschen handelt." Henning Ritter.

Bewohner unserer Wegwerfgesellschaften: Sie töten permanent und ahnen nicht einmal, dass sie etwas umbringen, geschweige denn, was sie vernichten.

Letzte Ausfahrt: Globale Katastrophe?

"Die Menschheit liegt im Wettlauf mit sich selbst." Konrad Lorenz. Sie wird wohl verlieren.

Ökologische Geburtenplanung: Samenerguss ohne Befruchtungswillen, also unproduktiver Sex.

Der eine Faule unter dem Apfelbaum tut mehr für die Zukunft der Menschheit und die uns alle tragende Natur als alle Fleissigen in der Wirtschaft zusammen.

Sie sind in die Jahre gekommen und missverstehen ihre Gleichgültigkeit gegenüber den Überlebensfragen der Menschheit als Altersweisheit.

Jahreszeiten: Stummer Frühling, verbrannter Sommer, fruchtloser Herbst, epochaler Winter. Hanspeter Padrutt.

Das Törichte vieler Urteile in den Umweltdebatten ist doppelt verletzend; es düpiert den Verstand und zerstört die Natur.

Begriffsklau: Unter dem Wort „Nachhaltigkeit“ wollten einmal einige der Weltgeschichte Zukunft ermöglichen. Heute gibt es nachhaltige Fernreisen und nachhaltigen Atomstrom.

Es wird eine Zeit kommen, in der sie nichts mehr von ihren Zerstörungen wissen werden, weil sie sich am Ende selbst zerstörten.

"Der Zustand der Welt, in der wir wohnen, ist zu weit vorgeschritten, als dass wir uns vorstellen könnten, ursprüngliche Harmonien liessen sich wieder herstellen." Adriano Sofri.

Wer Bäume nur deshalb nicht mehr fällt, weil er selbst überleben will, ermöglicht der Welt keine Zukunft. Erst wenn wir die Bäume aus Liebe zu ihnen wachsen lassen, wird am Horizont Zukunft sichtbar werden.

Das kosmische Ende unseres Planeten impliziert keine Aufforderung, dieses Ereignis durch barbarische Akte der Selbstzerstörung historisch vorzuverlegen.

Ich will das Menschengeschlecht und die uns alle tragende Natur retten helfen, wie bescheiden auch immer. Sie aber antworten mir: Ich pfeife auf das Menschengeschlecht und auf die Natur.

Wenn wir Zukunft wollen, müssen wir aus der Gegenwart emigrieren.

Alle plappern zügellos und laut  drauflos. Sie nennen das Meinungsfreiheit. Dabei verraten sie die Freiheit, den wenigen Zukunftsweisenden aufmerksam zuzuhören.

Nachhaltiger Tourismus mit kulturellem Anspruch: Zimmerreisen, also reisender Stillstand. Xavier de Maistres: Voyage autour de ma chambre.

Ich möchte sie anschreien, damit sie aufwachen. Doch als Schreihals hätte ich mich schon disqualifiziert. Also erläutere ich in aller Ruhe rational: Die Zukunft ist in Gefahr. Die Zeit drängt. Und viel zu wenige hören zu.

Ihr kleinbürgerlich-gemütlicher Lebensstil erstickt jeden zukunftsfähigen Gedanken.

Auf die Anregung, man könne doch aus Umweltgründen auf das Auto verzichten, folgte eine zehnminütige Wort-Diarrhöe von Rechtfertigungen, die nichts anderes als dumm waren.

Sie sitzen in ihrer schwitzenden Selbstgefälligkeit inmitten ihres Wohlstandes, unfähig zu sehen, wie sie diese Welt und ihre Zukunft ruinieren.

Die meisten Intellektuellen der westlichen Zivilisation sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie einen nennenswerten Beitrag leisten könnten für eine zukunftsfähige Welt. Man lese die Tagebücher 1981 bis 2001 von Fritz J. Raddatz.

Die Gefährdungen und Zerstörungen sind nicht mehr zu übersehen. Die Welt brennt. Und die Antwort unserer Intellektuellen sind verspielt-vertänzelte Belanglosigkeiten. Es ist zum Heulen.

Grenzenlose Ich-Sucht: Wie Intellektuelle angesichts der Überlebensfragen der Menschheit versagen.

Die egomanische Verantwortungslosigkeit kopfloser Hedonisten macht wütend: „Klimaschutz brauch’ ich nicht.“ Mit dickem Bauch und der Bierflasche in der Hand vor dem Van im Urlaub gesprochen.

Seine zynische Fröhlichkeit reicht nicht aus, um nachhaltig zu denken und zu leben.

Sie versinken in erbärmlicher Vorsicht vor ihren kleinen Gefahren, ohne die grossen auch nur zu ahnen.

Die Formulierungen zum Klimaschutz werden auf internationalen Kongressen in noblen Tagungssälen auf der Goldwaage gewogen, während man gleichzeitig draussen mit energischen Axthieben an die Wurzeln der Natur geht.

Wenn wir überleben wollen, brauchen wir eine neue Aufklärung, der eine neue Revolution folgt. Günstiger wird die Zukunft nicht zu haben sein.

Das Hoffnungsglimmen einer verlöschenden Schönheit ist zu schwach, um Revolutionen zu entfachen.

Das bloss rechnende Denken raubt, das besinnende Denken schont.

Schon immer mussten wir unseren eigenen Tod sterben. Ars moriendi. Heute kommt noch hinzu, dass wir lernen müssen, den Gattungstod zu vermögen. Darauf sind wir in gar keiner Weise vorbereitet.

Nachhaltige Lebensstile ermöglichen Glückserfahrungen, die man nicht kaufen kann.

Stossseufzer eines Hellsichtigen in ökologisch gefährdeten Zeiten: „Alle Verbrechen begangen zu haben, bis auf jenes, Vater zu sein.“. E.M. Cioran.

Wir sind selbstzufriedene Schläfer. Es ist verdammt schwer, aufzuwachen. Die Zeit aber drängt.

Sie können nicht umdenken. Wie sollen sie dann anders handeln? Es wird tödlich enden.

Meine Gerechtigkeits- und Zukunftswutanfälle machen mich unsympathisch. Sei’s drum.


Peter Kern


 


Zufällig ausgewählte Glosse

Bereits Honoré de Balzac wusste, dass im Kapitalismus die Menschen entweder Kassierer oder Defraudanten, also ausgebeutete Dummköpfe oder Schurken, würden.