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Ökonomie

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Ökonomie





Die ökonomische Heilsreligion des quantitativen Wirtschaftswachstums bleibt, gerade auch mit universitärer Hilfe, irrationaler Glaube: Ökonomische Theologie, mehr nicht, liebe Kolleginnen und Kollegen der Volkswirtschaft und der Betriebswirtschaft.

Über die Rationalität des Kapitalismus: Auch er ist nur ein Mythos voller heiliger Kühe.

Die Unterhaltungsallüren der jungen Broker nach Dienstschluss sind einfach nur peinlich. Sie merken's nicht. Die Boni haben ihren Kopf geflutet.

Quantitatives Wirtschaftswachstum ist Kosmophagie, ist Weltverschlingen durch das Kapital. König Midas.

Die Schreihälse auf den Marktplätzen der Eitelkeit akzeptieren jauchzend, dass sie als unbezahlte Litfasssäulen von Markenfirmen missbraucht werden.


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Sie denken klein, um gross zu zerstören.

Die so genannte freie Marktwirtschaft ist ein System für Beute- und Gewinnsüchtige.

Es ist unmenschlich, alles in unserer Lebenswelt mit einem Marktwert auszustatten.

Unsere Produkte sind kontingent. Sie haben nichts Unbedingtes in sich, das Halt böte.

Ihrer flüchtigen Verwendung ist keine Schonung und Dauer eingeschrieben. Es sind eben nur Wegwerfwaren, Brandbeschleuniger unserer ökologischen Katastrophe.

Manager verstehen nicht, was sie inmitten ihrer Erfolge zerstören.

Das Pathos des Quantitativen tilgt jede Qualität.

Das Diktum, quantitatives Wirtschaftswachstum müsse sein, entpuppt sich schon bei geringem Nachdenken als affirmative Lüge.

Man muss kein Kommunist sein, um den Kapitalismus zu kritisieren. Es reichen die Massstäbe eines Christen oder Humanisten.

Raubtierkapitalismus: Salonfähiger Antihumanismus.

Unsere ökonomische Daseins-Befangenheit verhindert unser Existenz-Sein.

Es gibt keine Marktvernunft. Es gibt nur eine aleatorische Marktrationalität.

Die Finanzinstitutionen des Kapitalismus seien von sich aus ruinös. Hyman P. Minsky.

Ihr Einfallswinkel, die Welt und sich selbst zu betrachten, ist nur noch monetärer Art.

Wir sind zu lange Sklaven der Arbeit. Als befreite Ruheständler können wir mit dieser Freiheit nichts mehr anfangen. Wir mutieren zum Genussarbeiter.

Zur Geographie der ökonomischen Globalisierung: Aus Ländern wurden Standorte.

Überheblich in ihrer gerühmten Kühnheit wähnen sich die Atomlobbyisten sicher vor ihren favorisierten Produkten. Welch ein Irrtum.

Strategisches Management: Effiziente Kapitalvernichtung duch Fusion und Trennung. Daimler Chrysler.

Erst wenn wir die selbst geknüpften Fesseln des ungebremsten Kapitalismus lösen und mutig fortwerfen, werden wir jene Freiheit praktisch erreichen, von der wir heute in unseren Demokratien theoretisch reden.

Eine Welt, die dem Geld Zinsfüsse gibt, wird nie gerecht und friedlich sein

Quantitatives Wirtschaftswachstum: Sie gieren ständig nach Genuss, ohne geniessen zu können.

"Dass mit dem Kommunismus auch der Kapitalismus zusammengebrochen ist, haben manche Zeitgenossen nur noch nicht bemerkt." Hanspeter Padrutt.

Die Zumutungen des neoliberalen Marktes als digitale Bohémiens feiern: Eine traurige Identifikation mit dem Aggressor.

Was erstickt die Macht des Geldes? Gelassenheit.

„Für mich ist der Kapitalismus ein Ausdruck der menschlichen Natur. Die ist schrecklich.“ Friedrich Dürrenmatt.

Das Verdammteste, was es auf dieser Welt gibt, ist das Geld. Adriano Sofri.

Kapitalismus: Der fürchterlichste System-Despotismus. Man muss kein Kommunist sein, um zu diesem Urteil zu kommen.

Ich konsumiere, also bin ich. Aber wie!

Im konsumistischen Kapitalismus erscheint auch der Mensch nur noch als Wegwerf-Ware.

Das unverzeihliche Verbrechen des Kapitalismus: Begehrungen zu wecken, die kein Mensch für ein gelingendes Leben benötigt.

Die Befriedigung durch Produkte ist die Hydra der Sehnsucht nach mehr – sie macht nicht glücklich. Was bleibt, ist die Sucht.

Wenn das Geld Kinder kriegt, dann wuchern die Begehrungen ins Masslose und berauben uns der Eudämonia.

Überflüssige Waren machen schliesslich das Leben selbst überflüssig.

In der kapitalistischen Wirtschaft geht es nicht um das Haushalten in einer Hauswirtschaft, also um das, was die alten Griechen oikonomia nannten, sondern ausschliesslich um Gewinn.

Die Kolonialisierung unserer Lebenswelt durch das Kapital unterdrückt jeden Existenz tragenden Sinn.

Das erbarmungslose Gesetz des Kapitalismus: Immer Sieger sein zu müssen.

Geburt der Barbarei aus dem Geiste des Kapitals.

Das tötende Kapital ist dabei, die Leben spendenden Spermien zu ersetzen.

Endlich die Einsicht respektieren, dass die Geld- und Kapitalwirtschaft entmenschlichen.

Der abtrünnige Erbe: Seine antikapitalistische Gesinnung schützt ihn vor Reichtum nicht.

Kosmische, terrestrische, ökonomische Globalisierung. Die kosmische wurde vergessen.

Kosmische Globalisierung: Das Sein des Parmenides ist das hörend-gestimmte Entsprechen. Wir bemächtigen uns dann nicht der Phänomene. Wir vermögen aus dieser Grundgestimmtheit heraus die Menschen und die Dinge und die Erde sein zu lassen. In diesem gelösten Sein-Lassen schonen wir sie zugleich. Davon weiss die terrestrische und ökonomische Globalisierung nichts mehr.

Terrestrische Globalisierung: Entdeckungen, Eroberungen, Erschliessungen, Benennungen. In einer nie da gewesenen kulturellen und topographischen Westung wird die europäische Rationalität planetarisch. Welt-Umsegler, Welt-Kaufleute, Konquistadoren, christliche Missionare als unmenschliche Unterdrücker und räuberische Plünderer. Der Europäer ist tief in der Schuld der Völker dieser Erde.

Ökonomische Globalisierung: Es gibt keine hermetischen Orte des Glückes mehr. Heute geht jeden alles an, denn alles ist von einem betroffen, dem Kapital. Die Monetarisierung aller Lebensberei­che macht längst aus Werten nur noch Waren. Der Sinn von Sport, Politik, Recht, Wissenschaften, Künsten, ja Ethik und Religion ist unter das domi­nante Deutungsmuster der Ökonomie, und darin des Geldes, geraten. Die Abkoppelung der vernunftgeleiteten Sinn-Dimension in der Moderne als Leit-Mass-Stab aller Kulturobjektivationen hat im Zeitalter der ökonomischen Globalisierung auch noch die Macht der Politik getilgt.

Den Machern in Nadelstreifen will ich nicht verzeihen.

Exzessiver Konsum als Betäubungsmittel gegen die existentielle Angst kettet den Menschen als Opfer an das kapitalistische System.

Mit Sokrates durch unsere Konsumtempel flanieren, macht glücklich: Man sieht so viele Dinge, die wir als Menschen gar nicht brauchen.

Marktgesetze, die aus Werten Waren machen, fordern die permanente Selbstinszenierung aller Marktteilnehmer. Der Ertrag: Das Ende der Persönlichkeit.

Zwischenmenschliche Beziehungen haben Warencharakter angenommen. Für Bürgerliche ist diese Aussage eine ideologische Fehleinschätzung. Dabei sind sie die ersten, die sich verkaufen und kaufen lassen.

Die grösste Perversion des Kapitalismus: Das Menschenrecht auf Konsum.

Kapitalismus: Wenn Preis-Tafeln die Werte-Skalen ersetzen.

Epidemie: Das massenhafte Auftreten kapitalverseuchter Gehirne.

Was sind die vorherrschenden Lebensziele? Job and money. Arme Menschen.

Die unablässige Bejahung der Wachstumsideologie mit ihrem ökonomischen Fortschritt erscheint als die verheerendste Verneinung von allem. Charles Taylor.

Die Armen gehen barfuss; die Reichen barbusig.

Mit unserem Kapital und mit unserer Industrie haben wir aus der Welt erst einen Jahrmarkt gemacht, dann ein Tollhaus. Wir schaffen auch noch die effizienztrunkene Totalzerstörung.

Weshalb verwandelt man unsere berechtigten Bedürfnisse in lebensfeindliche Begehrungen? Ganz einfach: Nur so funktioniert der Mammonismus.

Solange die Vielen ihre Arbeit an Wenige verkaufen müssen, wird es um des Profites willen keine gelingende Zukunft geben.

„Profit-Maximierung bis zur Selbstverblödung.“ Max Frisch. Und sie merken es nicht.

Banker. Sie verteidigen sich zu laut. Wenn sie ihre Unschuld beteuern, hört man ihre Lügen.

Manager erhalten ein Jahresgehalt in der Grössenordnung von 500 Millionen Dollar, während gleichzeitig eine Milliarde Menschen weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung hat. Was macht eine solche Information mit uns Habenden?

Die Chefvolkswirte als Katastrophenexperten in einer ökonomisch globalisierten Welt.

Das Kapital ist demokratisch: Es macht alle zu Knechten.

Quantitatives Wirtschaftswachstum: Eine panische Produktion ins Nichts.

Die Lust folgt den Gesetzen des Marktes: Die Geburtenrate sinkt.

Marktlogik: Kinder werden „outgesourct“.

Jede Despotie stützt sich auf die Anhängerschaft ihrer Parteigänger. Das gilt auch für den Kapitalismus.

Ökonomisierung des Privaten als Tyrannei der Intimität. Richard Sennett.

Mitleiden ist Schwäche im globalen Kampf um ökonomische Vorteile. Das Verstörende an diesem Satz: Kaum einer empört sich über ihn.

Der einfache Mensch macht überschaubare Schulden – aus Mangel an Gläubigern. Diesen Hemmschuh kennt der Prominente und Reiche nicht. Das hat Folgen, auch für den Armen.

Privatisierung im Neoliberalismus: Die Finanzierung schamloser Renditen der Aktionäre durch die einfachen Bürgerinnen und Bürger. Und die Revolte bleibt aus.

Wer die Zeit-Armut des Workerholicers mit dem Zeit-Reichtum des Arbeitslosen ins Verhältnis setzt, bekommt ein falsches Ergebnis.

Selbstüberschätzung: Er sei ausgebrannt, stöhnt der Manager. Nein, es war nie etwas Gescheit-Zukunftsfähiges in ihm drin.

Einer Herrenklasse ein gutes Gewissen machen: Managementtrainer.

Dem Manager schrumpft der Gedanke der Nachhaltigkeit zur blossen Zukunftsfähigkeit seines Konzerns.

Die Selbstgefälligkeit der Besitzenden erschreckt und irritiert zugleich.

Das Leben gehörte ursprünglich allen. Im Laufe der Geschichte haben es Wenige in ihren Privat-Besitz genommen.

Der wohlhabende Unternehmer mit Südhangwohnlage im Nobelviertel wird hoch geachtet. Er zahlt Mindestlöhne. Für die arme Familie am ausgrenzenden Stadtrand langt das nicht wirklich zum Leben. Deshalb ist sie auch kaum angesehen.

Auch Reiche dürsten nach Achtung und Anerkennung. Weshalb verweigert ihnen die christliche Kirche diese nicht solange, bis Millionäre und Milliardäre ihr Herz für die Armen und Gedemütigten entdecken und endlich solidarisch handeln?

Wie kann man mit Anstand Milliarden anhäufen? Verantwortungslos erworbener Reichtum wird auch durch Spenden und Stiftungen nicht geadelt.

Sie haben weder Manieren, noch Geschmack – aber Geld.

Lebensoptimierung gilt im Zeitalter der ökonomischen Globalisierung als Lebensorientierung.

Der Managementtrainer wollte die Kommunikation im Kader verbessern; er kommandierte in aggressiver Autorität.

Motivationstrainer: Brüllende und hampelnde Gurus im Dienste des Neoliberalismus.

Ein Trainer für Manager lehrt: Verlernt, authentisch zu sein! Authentizität behindere nur die Karriere. Die Folgen einer solchen Verdummungsstrategie für das Leben werden nicht mit bedacht.

Taktisches Reden: Mit hinterhältiger Offenheit den Gesprächspartner in die Irre führen und schwächen. Ein Lehrziel in der Managerausbildung.

Sie massen sich an zu urteilen, nur weil sie reich sind.

„So werdet ihr es bald dahin bringen, dass ihr überall Gott sehet, Gottheit spüret, Gottheit ahnet, dass, wo ihr gehet und stehet, Gottheit flüstert, säusle oder wehe“. Diese pantheistische Theologie des Pastors Kosegarten wird zum Credo materialistischer Kapitalisten. Man muss nur Gott und Gottheit durch Geld ersetzen.

Politischer Dreisatz: Krieg heisst Profit. Und Profit muss sein. Also ist Krieg.

Kriege könnten vermieden werden, wenn die Rolle des Kapitals richtig begriffen würde.

Handel im ökonomischen Raum ist globaler Krieg.

Banker als Kuppler zwischen Geld und Mangel. So schon Shakespeare.

Nähmen der Banker und der Kaufmann die Gebote der Bibel ernst, sie gingen beide bankrott. Das zur Doppelmoral im humanistisch-christlichen Abendland.

In einer Wirtschaft, die ungebrochen auf quantitatives Wachstum setzt, wird die Habgier zur Tugend erhoben.

Die anmassende Selbstzufriedenheit der Kapitaleliten und Machtinhaber zeugt inzwischen nur noch von Ignoranz und Dummheit.

Sie berufen sich auf die Menschenrechte, während sie faktisch bereit sind, für ein paar Dollars jedes Menschenleben preiszugeben.

Die ökonomische Globalisierung richtet uns ab zu Sklaven des Kapitals, und das im Namen der Freiheit.

In bestimmten Kreisen verdient man heute nicht sein Geld, man macht es. Wer bei diesem Satz an Falschmünzer denkt, der irrt.

Wir haben uns längst im kapitalistischen Dschungel verirrt. Wer kennt zukunftsfähige Auswege?


Peter Kern

 


Zufällig ausgewählte Glosse

Du bist, wie Du bist. Nein, Du bist potentiell mehr. Mache das, was Du kannst, zu Deinem Gesetz, was Du sollst: Du musst Dein Leben ändern. Rilke. Auch Sloterdijk?