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Neomoderne

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Neomoderne





Wenn wir geben, ohne dabei zu verlieren, entfaltet sich unsere Seele. Wir werden stark, ohne unterdrücken zu müssen.

Standfestigkeit: Mit unbekümmertem Gleichmut das Notwendige gegen den Zeitgeist tun: unzeitgemäss sein.


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Das, was unser Dasein trägt, entzieht sich den Regeln der Logik und den Gesetzen der Zahl.

Tapferkeit schliesst die kultivierte Verachtung von Wehleidigkeit ein. Doch Tapferkeit ist nicht mit Heldentum zu verwechseln. Unsere Zeit braucht tapfere Menschen, aber, um Himmels willen, keine Helden.

Ein Magnolienbaum, ein Rosenstrauch, der Gesang der Nachtigall - für das kriegerische Bewusstsein alles nur Verschwendung.

Wir sehen zuviel und verstehen zuwenig. Wir sollten wieder Hörende werden, um gehorchen zu lernen, damit wir Mass nehmen können an den Dingen; nicht als Knechte, sondern als souveräne Herren.

Inmitten der hydrantenhaften Geschwätzigkeit unserer Medienwelt gibt es ein stummes Wissen, das subversiv ist. Das lässt hoffen.

Das Du zum Blühen bringen: Phänomenologische Anthropologie.

Beobachten ist machtvoller Zugriff aus Interesse. Anschauen dagegen steht in der Liebe; es lässt die Dinge sein.

Auf die Dinge hören, heisst, ihnen gehorchen.

Nur das lautlose Leben entsagt der Gewalt.

Dem Gemeinwesen die Masse des Menschlichen geben: antike Polis.

Einsamkeit hat eine Schwere, die mich in die Tiefe zwingt - Tiefe, nicht Abgrund.

Martin Heideggers zukunftsfähiges Denken: Das Ideal der Haltung der Gelassenheit, die Überwindung der Tyrannei des Wollens, die Befreiung von der Besessenheit des blinden Machens, kurz: die Vision, im Sein zu wohnen.

Ohne Zartheit verstehen wir nichts.

Der Wille zur Macht fragt nur nach dem Nutzen der Dinge und Menschen, er verrechnet alles unter dem Gesichtspunkt der Brauchbarkeit und des Erfolges. Was aber ist der Nutzen einer blühenden Rose? Gertrude Stein: Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose. Angelus Silesius: Die Ros ist ohn warum, sie blühet, weil sie blühet. Sie acht' nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet.

Wir brauchen mehr Mittler, die das ewige Feuer des Geistes neu entfachen, damit die Menschheit nicht in Finsternis versinkt. So schon Joachim von Fiore.

Wer sich ernsthaft auf die Suche nach Philosophie begibt, hat sie schon gefunden, denn wer besinnend denkt, der philosophiert.

Nur der liebende Blick auf die Dinge lässt diese zu sich kommen.

Liebe als Agape erfüllt sich jenseits erotischen Begehrens und sexueller Lust.

Liebe verwandelt. Sie dehnt die Herzensräume zur Wohnstatt des Friedens.

Liebende sind nicht die Liebe, nur ihre zerbrechlichen Gefässe.

Schauen: Die Dinge unbeteiligt, aber mit schonender Zuneigung wahrnehmen.

Indem wir das Unscheinbare retten, haben wir Teil am grossen Ganzen.

Kosmopolitismus: Welthäuslichkeit. Im Kosmos geborgen zu Hause sein.

Im liebenden Blick wird die Welt wahrer.

Das Wagnis eingehen, zerbrechlich zu leben.

Nur in der selbstvergessenen Hingabe an die Welt enthüllt sie mir ihre Geheimnisse, und das nie ganz.

"Empört Euch!" Stéphane Hessel.

Nur ein Idiot könne glauben, dass das Leben lebenswert sei. Widerlegen wir Arthur Schopenhauer durch unsere Taten.

Es gibt Wahrheiten, die rechtfertigen sich nicht als wissenschaftliche Aussagen, wohl aber durch ihre Wirkungen. Mythos. Religion. Humanität.

Die Kraft eines fallenden Wassertropfens, der die Stille erfüllt. Glück.

Die Kritik der feinen Seelen ist zu diskret, als das man sie hörte. Jedoch, wenn man schreit, ist man schon auf der falschen Seite.

Zukunftsweisend und beglückend zugleich: Projekte des reinen Gebens.

Ein hohes Ziel: Leben ohne Verwertungsabsichten.

Auch Entsagen ist Handeln. Es hat den Vorzug, nicht zu schädigen. Goethe. Pessoa.

Ohne Verlangen und ohne Neid wahrnehmen können, stiftet Frieden.

Die Trägheit zum Ideal erheben. Die Natur dankt es uns.

Die Wirklichkeit mit meiner Sehnsucht verwechseln: Ich sehe eine befriedete Welt, ohne Hass, ohne Unterdrückung, ohne Ausbeutung. Ich sehe zukunftsfähige Menschen.

Neomodernes Engagement mag der Postmoderne mit skeptischem Lächeln und verspielter Resignation begegnen, nie aber mit überheblichem Zynismus

Die Pose des Intellektuellen wird erst durch die verhandelten Inhalte gerechtfertigt. Und diese sind Ausdruck seines Charakters.

Jedes Engagement für eine bessere Zukunft treibt Feinde wie Pilze hervor.

Das Gewicht der Dinge wird über die digitale Welt siegen

Was könnten wir hören, wenn wir die Dinge zu uns sprechen liessen! Stattdessen zwingen wir sie unter unsere Vorurteile.

Die Karriere einer verhängnisvollen Anpassung: In jungen Jahren politischer Brandstifter für eine bessere Welt. Im Alter Feuerwehrmann, um solche Jugendbrände im Keim zu ersticken. Nein, wir brauchen Alte, nicht als Biedermänner, sondern als Brandstifter. Wir brauchen ein Flächen deckendes Gegenfeuer. Pierre Bourdieu.

Ein Paradoxon: Unsere Gesellschaft stärken, indem wir sie zerstören.

Unter der Fuchtel der öffentlichen Schlagworte den Mut haben, das Überlebensnotwendige zu sagen.

Wie, ich sei ein elender Misanthrop, der mit seinen giftigen Notizen die menschliche Gattung in den Schmutz ziehe? Wie das, wenn ich doch nur den Halbmenschen in uns kritisiere. Wir sind mehr, als Natur und Gesellschaft imstande sind aus uns zu machen. Wir vermögen Vernunft zu vernehmen, die emporzieht, veredelt, die Frieden, Gerechtigkeit und eine gelingende Zukunft verspricht. Das ist mein Credo. Indem ich nörgele, lobpreise ich das in uns Menschen Mögliche einer anderen Welt.

Die Klassiker versöhnen mit dem Marktgeschrei des Aktuellen.

Anstand kann unser Jahrhundert nicht mehr buchstabieren.

Einen Zugewinn kann man nie ohne Verlust haben.

Bemühe dich, nicht in deiner Zeit zu sein; sei ihr voraus.

Wir sollten wieder lernen, alberne Meinungen auch so zu benennen.

Die schnippische Verächtlichkeit der so genannten Eliten kränkt den engagierten Aussenseiter.

Es gibt keine Alternativen, TINA: There are no alternatives: Die Entschuldigungsformel gleichermassen der Technokraten wie der Mutlosen und Denkfaulen. Und ob es Alternativen gibt!

Den höchsten Respekt, den wir im Zeitalter des Massentourismus den so genannten Sehenswürdigkeiten gegenüber bezeugen können, ist, sie nicht heimzusuchen.

Die Alternative zum Tourismus – Zimmerreisen. Xavier de Maistres.

Flauberts Ablehnung zu reisen.

Die Höflichkeit ist ein hilfreiches Hindernis auf dem Wege zu einem postmodernen Machtmenschen.

Höflichkeit kann sehr schneidend sein.

Leben als permanenter theoretischer Synchronisierungsversuch, vergeblich. Die Teile der Welt widersetzen sich. Praktisch leben wir immer schon in umgreifenden Vernetzungen.

Es gibt sie, die Bewahrer einer Wahrheit, die nicht stirbt. Freilich, die Zeiten sind nicht günstig für sie.

Seneca und Plinius haben in ihren Differenzen ebenso recht wie Cicero. Und doch eint sie mehr als unser modischer Pluralismus wahrhaben will.

Verschwommene Utopien enden im Gemetzel. Konkrete Utopien dagegen sind unverzichtbar für eine gelingende Zukunft. Georg Picht.

Es gibt keine triumphierende Vernunft. Wahre Vernunft ist stets integrierend und demütig.

Nicht Papier sollte unsterblich machen, sondern gelebte Moralität.

Sich von Stereotypen zu befreien, heisst, das Konkrete wahrnehmen.

Wer nicht das Konkrete denkt, reiht Klischee an Klischee.

Wirklich gelingendes Leben ist asketisch, hierarchisch und autokratisch. Dagegen hilft kein Aufschrei ungebildeter Emporkömmlinge einer missverstandenen Emanzipation.

Erst die Unfähigkeit zu trauern, dann die Unfähigkeit zu verführen, schliesslich die Unfähigkeit zu lieben. Sie können nicht leben.

Wir bedürfen der Poesie, um Vernunft vernehmen zu können.

Der Verstand lässt nicht hoffen, wohl aber die Vernunft.

Die Postulierung neuer Wahrheiten ist für den Kundigen die Wiederherstellung alter Wahrheiten.

Wenn alle, die ihre Eitelkeit in Bücher ergossen haben, stattdessen nur jeweils einem Menschen in seiner Not beigestanden wären, dann gäbe es ungleich mehr glückliche Menschen, die unter Bäumen feiern könnten, die keinem Buch zum Opfer fielen.

Nichts Materielles hinterlassen: Ein Lebensziel.

Einmütiger Beifall sollte misstrauisch machen.

Ohne Gespür für eine hierarchische Ordnung verflüchtigen wir uns im postmodernen Zeitgeist.

Stars und Sternchen. Sie sind von geringster Bedeutung. Wie viel kostbare Lebenszeit diese Karikaturen des Menschen ihren Bewunderern rauben!

Einbildungskraft ist der Schlüssel für eine gelingende Zukunft.

Recht verstandene Einfalt ermöglicht Zukunft.

Die Rituale des Skandals überzeugen nicht mehr.

Nur der Radikalismus der Unerfahrenheit durchbricht den Status quo.

Durch Besitzen siegen? Nein, im Fliehen siegen. Cervantes.

Gelassenheit: Die Dinge sein lassen können.

Zu viel Materielles, das wir begehren, misshandelt uns. Wir sollten lernen, es sein zu lassen.

Eine Kultur stirbt, wenn man aufhört, sich anzustrengen.

Das Wenige, das lohnt gesagt zu werden, kann man nicht oft genug wiederholen.

Wir sollten weniger erfinden, dafür mehr finden. Das würde uns vor tödlicher Hybris bewahren.

Luxus als schamlose Zurschaustellung des Geldes kennen wir. Gibt es auch einen Luxus des Noblen, Erhabenen, Heiligen?

Wer Vollkommenheit mit Überlegenheit gleichsetzt, ist nicht vollkommen.

Den bedingten Willen zum Konsum überwinden wir nur aus innerer Freiheit, die ein unbedingter Wille zum Nein-Sagen ist.

Materieller Überfluss führt zu falscher Freiheit.

Konsum-Verzicht befreit von Knechtschaft.

Wen suchen sie? Denjenigen mit scharfem Verstand und grossem Einfluss. Wen sollten sie suchen? Denjenigen, der zartfühlend und aufmerksam ist.

Jeder Tag denunziert die Hoffnung auf eine bessere Welt.

Nur wer den Hunger nach Transzendenz stimuliert, ist zukunftsfähig.

Kleine Kinder können immer noch die erkalteten Herzen Erwachsener berühren.

Einsamkeit ist der weltliche Tempel der inneren Bildung, die dem Leben draussen erst das vernünftige Mass gibt.

Freiwillige Unterwerfung unter das Gesetz der Vernunft wirkt erhaben. Erzwungene Unterwerfung ist demütigend.

Erschöpfte Herzen treten die Ehre mit Füssen. Für verhärtete Herzen ist sie das Mass aller Dinge.

Wer grundlos hofft, erhält sich in seinem Selbstbetrug die Illusion einer besseren Welt.

Heiter zu verzichten, ist in Zeiten des Konsums ein terroristischer Akt.

Zeitverschwendung macht Sinn. Welch eine humane Provokation in effizienztrunkenen Zeiten.

Wer die Dinge beschaut, ohne sie zu gebrauchen, befreit sie zu sich selbst.

Die Welt ist düster genug. Man muss sie nicht rhetorisch noch grimmig zuspitzen. Es genügt, das Elend leidenschaftslos beim Namen zu nennen.

Wahrheit ist Wahrheit. Es gibt keine mittelmässigen Wahrheiten wie es mittelmässige Leistungen gibt.

Die Vernunft hat zwar im Kopf schon einen Sitz, aber im Herzen noch keine Stimme.

Die Einsamkeit, die menschliche Reife erst ermöglichen würde, meiden sie wie der Teufel das Weihwasser.

Ich bin nicht gesellschaftsfähig. Zum Glück!

Ein neomodernes Bildungsziel: Resistenzen gegen das Offenkundige entwickeln.

Die Kraft der Wahrheit lässt sich mit erkenntnistheoretischen Spielereien wohl eine Zeitlang schwächen, nicht aber brechen.

Faszinierend, wenn jemand sein Thema gefunden hat. Doch mit der Zeit langweilt er die Meisten, er wird ihnen lästig, gerade dann, wenn  es um Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung geht.

Der Holocaust des 21. Jahrhunderts: Die Beschädigung und Zerstörung der uns alle tragenden Natur. Eine hysterische Übertreibung? Fragt die Enkelkinder.

„Chancengleichheit“: Jeder sollte die Möglichkeit erhalten, anständig zu sein.

Die ethischen Vorzüge des Nicht-Besitzes erkennt man erst als Besitzender.

Nicht alles, was wir können, sollten wir auch tun.

Viel Modisches regt bestenfalls an. Zu tragfähigen Erkenntnissen führt es nicht.

Alte Wahrheiten erscheinen oft nur durch ihre stilistischen Ausschweifungen neu.

Der Kluge widerlegt sich selbst, wenn er überheblich wird.

Wenige schweigen wohltuend. Nur wissen wir nicht, ob aus Unwissenheit oder aus Vernunft.

Schweigen als authentische Form von Sprache.

Der Sensible versteht. Er versteht alles. Er versteht zu viel. Er schweigt.

„Ruhige Leute, die nicht gern reden oder über sich nachdenken, hält man für inkompetent.“ Eva Illouz.

Schweigende, selbstsichere Männer werden heutzutage pathologisiert.

Sein schönes Schweigen wurde nie schriftlich niedergelegt.

Was ihn auszeichnet – eine um jede Mode unbekümmerte Unzeitgemässheit.

Theodor W. Adorno: Auch nur ein modischer Cheftheoretiker mit vielen subalternen Nachschreibern. So Rolf Hochhuth.

Wir bauen zu hoch; wir fliegen zu weit. Wir gehen in die Luft, wo wir nicht hingehören.

Wenn die Vernunft nur als Maske angelegt wird, dann sollte man den Instinkten gleich ihren freien Lauf lassen.

Seine Sätze über das Glück sind nicht verallgemeinerbar. Deshalb berühren sie uns.

Unschuldiger Konsum: Ich verbrauche, was ich brauche, nicht, was ich begehre.

Konsument-Sein: Wie aus Normalverbrauchern Normalverbrauchte werden. Rolf Hochhuth.

Der Intellektuelle erfüllt seine Pflicht nur, indem er die Meinung der Herrschenden missachtet.

Humanes Denken: Kohärent sein, ohne einem System zu verfallen.

Je mehr Zustimmung jemand erhält, desto mittelmässiger dürfte er sein.

Wer heute gehört werden will, muss übertreiben und schreien. Wird er dann gehört, ist seine Botschaft schon verdorben.

Dennoch unterscheiden: Erfolgsschrei – Schmerzensschrei.

Wer sich etwas von der Seele schreibt, schreit nicht nach Aufmerksamkeit.

Wer seine Hybris zähmen muss, der sollte Astronomie studieren.

Die Undankbaren: Inmitten ihres Wohlstandes ersticken sie die Fülle des Lebens.

Die Wahrheit bedarf in neuen Zeiten neuer Einkleidungen. Man verwechsle nur nicht die modischen Hüllen mit den uralten Inhalten.

Wir wissen heute sehr viel, aber wir wissen es nur undeutlich.

Wahre Überlegenheit anerkennen können, ohne selbst subaltern zu werden: Chapeau!

Wer lehrt uns noch mit Ernst das zu wollen, was wir moralisch können?

Nur wer den Menschen in ihr Herz zu reden versteht, wird sie als Menschen erreichen.

Es kommt gewiss nur auf Wenige an.

Menschenwürdig kann man nur am Rande der Gesellschaft leben.

Die Illusion der Weltverbesserer ist wie der Traum von einer keimfreien Welt. Und doch hilft manches Antibiotikum. Louis Pasteur und Albert Schweitzer.

Etwas ernst nehmen, das heisst, mit heiterer Gelassenheit sich empören können.

Soziale Einsamkeit ist der Preis präziser Wahrnehmung der Gegenwart.

Um dem alltäglichen Unsinn zu entgehen, genügt es, reif geworden zu sein.

Das Fragment entschädigt den Ordnungssinn für Systeme, die es nicht gibt.

Die Antwort auf existentielle Fragen hängen nicht vom Datum ab.

Wir sind hilflos angesichts der Flut des globalen Unglücks. Eine tödliche Ausrede.

Rebellionen fangen von unten an. Wenn ich im Internet surfe, lässt das hoffen.

Ohne die Gesten der Liebe steigen günstigenfalls Kapital und Macht, nicht aber Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Schwesterlichkeit.

Warten können: Ein morscher Klotz spaltet sich leichter. Doch die Zeit drängt.

Selbst wenn alle postmodernen Vordenker widersprechen: Die gute Tat legitimiert sich immer nur in der Praxis.

Wahrheiten, die in der Einsamkeit gefunden wurden, sind eine Provokation für den Trendsetter.

Die Realität hält sich noch nicht an unsere zukunftsweisenden Entwürfe.

Es laufen zu viele schweigende Lügner herum.

Die Kunst des genauen Blickes.

Wir erleiden die Triumphe des Unmöglichen und verpassen die Siege des Möglichen.

Die Zyniker gehen dem überlebensnotwendigen Widerstand verloren.

Gewaltfreiheit verzichtet nicht auf Stärke. Mahatma Gandhi.

Wie Lichtenberg das holistische Weltbild von David Bohm vorwegnahm: „Alles ist sich gleich, ein jeder Teil repräsentiert das Ganze.“

Es gibt Probleme, die Menschen nicht lösen können. Das hat etwas Befreiendes. Doch die selbst gemachten Probleme bleiben uns als Aufgabe erhalten.

Wer wartet noch auf Herzenstöne?

Wir haben die Kunst des Wartenkönnens verlernt. Also üben wir uns darin.

Wer tief genug fragt, erhält keine Antworten. Das ist auszuhalten.

Wer bewahrt heute Kinderherzen vor der Verzweiflung?

Wahrer Hedonismus: Die Freude, anderen zu dienen.

Carpe diem: Sich um die Güter des Lebens sorgen, ohne sich an sie zu binden.

Wir können und wir müssen den radikalen Wechsel der Lebensausrichtung wagen: Weniger ist mehr.

Ideen, die dem Leben dienen, veralten nicht; sie können nur vergessen werden.

Gutes kennt keine Grenzen des Wachstums.

Wir sollten verlernen zu befehlen und zu besitzen.

Wie ertragt ihr nur die von euch so geschundene Welt? Und vor allem: Wie ertragt ihr euch selbst?

Ich höre nicht auf eure Reden, stattdessen sehe ich auf eure Taten. Ihr müsst krank sein.

Wer mit seiner fundierten Kritik heute erfolglos bleibt, der muss nur bis morgen warten.

Fakten, Fakten, Fakten. Welche haben wir denn im Fokus?

Solange ich hoffe, hat die Furcht keine Herberge in mir. Es ist zu spät. Alle Hoffnungen sind Illusionen. Wir haben uns zu entscheiden.

Lernen, als Mensch zu leben und zu sterben.

Wer in den Dimensionen des Sinnes nicht freudig entscheidet, verfehlt jeden Sinn.

Nichts, was sich addieren lässt, ermöglicht ein sinnvolles Leben.

Der Amateur hat keinen Tunnelblick.

Heute bedarf es des Mutes und der Kühnheit, Naheliegendes einfach auszusprechen.

Im Rückblick bereut man den fehlenden, nicht den gewagten und vollzogenen Mut.

Nur wer nicht für den Tag schreibt, gibt sich Mühe.

Die Orakel sind nicht verstummt. Ganz im Gegenteil. Doch niemand hört ihnen mehr zu.

Alles hat seine Tiefen. Um das zu erkennen, bedarf es eines besonders geschulten Auges.

Die Unbekannten sind oft die besonders Wichtigen.

Nur eine Kultur der ökologischen Selbstbegrenzung wird uns heilen und reinigen.

„Wer in unserer Zeit nicht zu entsagen versteht, verletzt oder beschmutzt sich.“ Nicolás Gómez Dávila

Verneint das Wollen, und gelingende Zukunft wird möglich.

Das hohe Lied vom ökonomisch verwertbaren Nichtstun: Zukunftsfähigkeit.

Sobald ich die Menschheit im Visier habe, will ich belehren. Ich spreche also ins Nichts. Dem Einzelnen begegne ich in ratender Rede. Das kann berühren.

Ich werde als Spinner wahrgenommen. Sei’s drum. Denn diese Wahrnehmung ist keine rationale Widerlegung meiner Aussagen.

Kassandra: Bei den alten Griechen war sie eine Seherin; heute gilt sie allenfalls als Spinnerin.

Immer wieder vergebliche Versuche zu sagen, was ist: Seher – Hofnarr – Spinner.

Friedrich Dürrenmatt, abgewandelt. Labyrinth: Das Undurchschaubare von Ich, Welt und Kosmos. Minotauros: Der Vereinzelte im Meer des Chaos. Atlas: Das Tragen und Ertragen der Welt. Sisyphos: Das Nichtaufgeben im Wissen um die Vergeblichkeit. Deshalb immer wieder neu: Die ewige Rebellion der Dünnhäutigen.

„Das Meer pflügen“, vergebens und dennoch. Bolivar, lateinamerikanischer Revolutionär.

Wer von dem Ziel einer gerechteren und befriedeteren Welt träumt, der kann nur verrückt sein. Singen wir das hohe Lied auf die Verrückten dieser Erde!

Ein Verrückter: Er verrückt sein Dasein vom Leben zerstörenden Haben in die Existenz des zukunftsfähigen Seins.

Ich bin ein Pessimist, der an den eigenen Utopien zweifelt und sich dennoch Hoffnung macht.

Sind die Taten der Machtlosen wirklich vergeblich? Die Enkel werden die Antwort wissen – oder nicht mehr sein.

Wenn ich Erfolg hätte, würden sie mich einsperren.


Peter Kern


 


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Weshalb beherrschen wir das Zeremoniell von Freundschaft und Liebe so schlecht?