• Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Politik

E-Mail Drucken PDF



Politik





Die politische Freiheit des Westens hat längst Formen der ökonomischen Sklaverei angenommen, gegen die zu kämpfen wir zu träge sind. Diese Freiheit des Bürgers muss uns wenig wert sein.


Archiv


Zweifel und Widerspruch an der so genannten friedlichen Nutzung der Kernenergie war für die Befürworter pure Häresie. Nach Fukushima ist ihr Glaube brüchig geworden. Das gilt inzwischen sogar für das kernkrafttrunkene Japan.

Utopien, die Handlungsanweisung für eine "bessere" Welt sein wollten, endeten in Auschwitz und im Archipel Gulag. Utopie als Kritik und Parodie bestehender inhumaner Verhältnisse dagegen stärkt die Vernunft in je konkreter Situation. Mehr zu wollen, wäre vom Übel. Also: Unterscheiden lernen zwischen Systemutopien, die das Elend noch elender machen, und konkreten Utopien, die helfen, pragmatisch in kleinen Schritten in die richtige Richtung zu gehen.

Nur wer unter Zwang lebte, hat Sehnsucht nach Freiheit. Merkwürdig, der Zwang im Kapitalismus erzeugt diese Sehnsucht nicht.

Woher kommt das amouröse Verhältnis zum Atom? Atomphysik, Atomenergie, Atombombe. Potenzierungen in den Megatod. Wir sind pervers.

Die Tristesse majorisierender Gesinnungen und Parolen hat jahrzehntelang verhindert, das Notwendige zu tun: Ausstieg aus der Atomenergie.

Wer sich nicht mehr empören kann, versinkt in seiner onanistischen Selbstzufriedenheit. Die Anderen sind ihm gelichgültig. Die Natur sowieso.

Aufstand der Alten, Aufstand der Jungen. Empörung. Gut. Ist es auch der Aufstand der Anständigen?

Weiterhin krankmachendes Krisenmanagement endet stets in selbstzerstörerischer Machteskalation.

Die Mittel fressen die Zwecke.

Sich selbst autorisierende berufsständische Eliten missbrauchen die Wissenschaft zur Steuerung der Gesellschaft. Das ist das Ende jeder Demokratie.

Die dogmatische Setzung "alternativlos"  suspendiert alle Argumente. Demokratie mutiert auf diese Weise zur Tyrannei.

Wenn das Selbstverständliche in den Ohren der Mächtigen revolutionär klingt, dann haben sie die Pfade der Vernunft verlassen.

Der Irrtum der Atomenergienutzung ist dem Kernkraftbetreiber zur Leidenschaft geworden. Will man ihn von diesem tödlichen Pfad abbringen, hilft keine Aufklärung. Man muss in ihm eine bessere Leidenschaft wecken.

Europäische Politik zeigt sich zur Zeit nur in wahltaktischer Geschicklichkeit. Es mangelt an mobilisierenden Utopien und individuellen Talenten, um Europa ein Gewicht in der globalisierten Welt zu geben. Angesichts der desolaten Weltlage ist das eine Tragödie. Haben wir uns erschöpft?

Das Projekt Europa wird von der herrschenden Klasse in einer Weise instrumentalisiert, so dass der Zerfall der Demokratie unausweichlich ist.

Wer keine monetäre und politische Macht hat, dem bleibt nur der ethische Appell - es sei denn, er wagt die Existenzweise des Revolutionärs.

Nur der Patriot als Jakobiner ist erträglich.

Der greise Kephalos preist zu Beginn von Platons Politeia die Vorteile des Reichtums, weil man nicht aus Not habe Unrecht tun müssen. Ach, lieber Kephalos, der meiste Reichtum ist doch gerade das Ergebnis von Unrecht! Das will der Reiche in seiner unbefangenen Sittlichkeit nicht hören. Sobald Sokrates fragt, was denn Gerechtigkeit sei, verlässt der Alte die Runde.

Politiker haben gelernt, den grossen Problemen schauspielernd auszuweichen.

69 n.Chr.: "Musonius begab sich mitten unter die Soldaten und versuchte, sie von dem Segen des Friedens und dem Fluch des Krieges zu überzeugen." Tacitus nennt das eine "unzeitige Weisheit". Tacitus, Historien 3,81. 2011 n. Chr.: Es ist für die Masse immer noch eine "unzeitige Weisheit", dem Krieg zu entsagen, aber eben eine Weisheit ist es doch, die eine irregeleitete Menschheit seit nunmehr zweitausend Jahren verschmäht.

Subalterne Kompromisse brechen den widerstreitenden Positionen das Rückgrat.

Die Zustimmung der Mehrheit ist kein Wahrheitsbeweis. Auch gibt es keine demokratische Wahrheit. Es gibt, wenn es glückt, Wahrheit in der Demokratie.

Die wollüstige Morbidität weiblicher Nacktheit steht unter feministischer Zensur, nicht unter politischer. Berlusconi.

Aktien in der Rüstungsindustrie: Die Dividende steigt, die Moral sinkt. Dick Cheney.

Lebensfeindliche Reformen: Geschichte und Natur werden sie korrigieren. Der Preis kann sehr hoch sein.

Aufgabe der Humanwissenschaften: Der Enthumanisierung entgegenzuwirken.

Der unbedingte Wille zur Macht wird durch die Peitsche des Kapitals ins Grenzenlose getrieben.

Gestehen wir es uns endlich ein: Westlich-rationaler Universalismus ist eine durch nichts zu rechtfertigende Herrschaftsideologie. Das gilt nicht für die Vernunft.

Ohnmächtige Wortkaskaden prasseln gegen die tauben Ohren der Macht. Rhetorischer Widerstand ist vergeblich.

Frieden zu stiften ist Sache der Leisen und Gesammelten.

Unterschätzt die Provinz nicht. Wurzelloser Kosmopolitismus hat auch keine Zukunft.

Wenn die privaten Liebschaften die öffentlichen Leidenschaften bestimmen, wird der Politiker zur lächerlichen Figur.

Eine gefährliche Mischung: Evangelikaler Glaubenseifer, unreflektierter Patriotismus und selbstherrliche, politische Weltmission.

Politiker-Interview: Der beherzte Frager stösst nur auf Höflichkeitswatte.

Wir leben wie Fische in einem grossen Netz. Wir glauben uns frei und sind dennoch gefangen durch das Diktat des Kapitals.

Ein demokratischer Machiavelli: Erst festigt er seine Macht, dann lässt er sie rücksichtslos spüren.

Auch für Demokratien gilt: In ihnen wird nicht regiert, sondern geherrscht. Basta!

In der Politik wird allzu leicht Ruhe mit Frieden verwechselt.

Demokratische Regionalfürsten: Sie schätzen die Dummköpfe, sie dulden zähneknirschend die Begabten und fürchten panisch die Geistvollen.

Um den Sinn von Politik für das Leben zu verstehen, bedarf es ausserpolitischer Kategorien.

Die koloniale Hatz der Europäer auf andere Rassen, Völker, Nationen und Kontinente hat er aus seinem Bewusstsein erfolgreich verdrängt. Dass er jahrhundertelang das Andersartige einfing, plünderte und dann umbrachte, will er bis heute nicht wahrhaben.

Leid hat immer mit Macht zu tun: Willkür und Gewalt beherrschen die Menschheitsgeschichte. Wie lassen sich Machtverhältnisse ändern, ohne dass neue Macht entsteht? Nur durch eine Revolution der Denkungsart des Einzelnen. Deshalb ist Pädagogik die höchste Form von Politik.

Wahlkampfredner: Sie biedern sich an, ohne etwas anzubieten.

Regierungserklärungen im Parlament: Eine allgemeine Verschwörung, dem Volk nicht die Wahrheit zu sagen.

Sarah-Palinismus: Fundamentalistische Meinungsführerschaft auf us-amerikanischen tea parties.

Soziale Gerechtigkeit ist etwas Kommunistisches, deshalb sind wir dagegen. Allerdings sind wir für Koranverbrennungen. Und Präsident Obama nennen wir Hitler, weil er die Krankenversicherung einführt. Wer ist WIR? US-amerikanische Patrioten.

Wer politisch Recht hat, kann zugleich moralisch Unrecht haben.

Kriege: Wenn Schwachsinnige Schwachsinnigen befehlen, andere Schwachsinnige nieder zu metzeln.

"Das grösste aller Verbrechen ist der Krieg." Voltaire.

Die Schwestern der Politik: Niedertracht und Habgier. "In ihrem Auftrage sah man die Unwissenheit, den Fanatismus und die Raserei durch Europa eilen, und überall hin folgte ihnen die Armut; die Vernunft verbarg sich mit ihrer Tochter, der Wahrheit." Voltaire. Die vernunftlosen Schwestern der Politik wüten heute überall auf der Welt. Die Vernunft und die Wahrheit verstecken sich derweil im Brunnen der Hoffnung. Welcher Politiker hat den Mut, sie herauf zu ziehen?

Ein Traum: Politiker im Wettstreit darüber, wer den Bürgerinnen und Bürgern die besten Möglichkeiten für ein gutes, glückliches und zukunftsfähiges Leben bereitet.

Europa als Kulturraum verliert sich jeden Tag mehr.

Gehen wir in die Militärspitäler. Sehen wir hin, bitte, genau: All die abgetrennten Arme und Beine, die verbundenen Köpfe, die geschundenen Seelen, die in aufgerissenen Augen ihren Schmerz herausschreien. Und warum das alles? Weil ein dummer Präsident sich mit einem anderen dummen Präsidenten nicht verständigen konnte. Wie dumm sind eigentlich die Opfer?

Von einem zivilisierten Individuum auf ein zivilisiertes Volk zu schliessen, ist ein horrender Irrtum.

Die wirklichen Revolutionen beginnen im Herzen. Spätestens in der Folgegeneration ist diese humane Glut des Herzens erloschen, und die Revolutionen scheitern. Dagegen hilft nur konsequente Emporbildung des Einzelnen.

Das Schicksal revolutionärer Anstrengungen ganzer Generationen: Bürgerliche Entropie.

Kolonialismus: Erst kommt die Ausbeutung, dann die Barbarei und schliesslich der Segen der Kirche.

García Márquez 1987 zu  F.J. Raddatz: „Ihr Europäer – für uns ist nicht die Sowjetunion der Feind, sondern die USA.“ Was bedeutet das für uns Europäer nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion?

Miserable Regierungen zu kritisieren, rechtfertigt nicht den Vorwurf, man sei beispielsweise antiamerikanisch eingestellt.

Wer als Regierungsmitglied Ehrgefühle hat, sollte schleunigst demissionieren.

Meinungsfreiheit haben inzwischen auch in westlichen Demokratien nur noch Hofnarren.

Sie behaupten, sie hingen an der Ordnung des Staates und verteidigen doch nur ihren geraubten Besitz.

In nervenschwacher Würdelosigkeit bejahen die Opfer jede politische Zumutung.

Höflichkeit ist oft nur eine gesellschaftlich akzeptierte Form von Gleichgültigkeit.

„Wann werden sich die Vereinigten Staaten auf ihre Verfassung besinnen?“ Ezra Pound, einer der grossen Irrenden wie Céline, Genet oder Hamsun.

Die USA haben ihr Stalingrad noch vor sich.

„Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.“ Bertholt Brecht. „Gegen eine Zeit, die Helden braucht, richten wir nichts aus.“ Christa Wolf.

Eine paradoxe Situation: Die Unterdrückten applaudieren ihrem Unterdrücker.

Diktatoren und deren Handlanger: Sie alle haben ein unappetitlich schlechtes Gedächtnis. Verantwortungsamnesie.

Mit Zwang, Zwang zu verweigern, erzeugt neuen Zwang.

Sie sind nur Schönwetterdemokraten. Bei Widerstand mobilisieren sie das Gewaltmonopol des Staates gegen die eigenen Bürgerinnen und Bürger.

Wenn das Volk sich direkt artikuliert, ist es für die Herrschenden auch in Demokratien nur noch der Mob der Strasse. Stuttgart 21.

Sie sind Maulhelden der Demokratie. Real leben sie ihren Cäsarenwahn aus und pflegen narzisstisch ihren republikanischen Royalismus. Man möchte nur kotzen.

Sie sind zu ewiger Subjektlosigkeit ausgeblasen, Marionetten ihrer Eitelkeit und Büttel des Kapitals; Politiker eben.

Der Bürger hat längst vergessen, dass seine Vorfahren Revolutionäre waren.

Die rassistischen Impulse gegen alles Fremde zeugen von anthropologischer Unfreiheit des heutigen Bürgers.

Der in den Demokratien missverstandene Gleichheitsgedanke hat keinen Sinn für Hierarchien.

Demokratien haben etwas Glanzloses.

Alle Macht geht am Volke vorbei.

Bei aller Empörung mit bedenken: Die Gleichsetzung von Politik und Verbrechen wird unpolitisch. Hannah Arendt.

An die traurige Realität des Hungers in der Welt haben sich die Satten längst gewöhnt.

Die Kälte der Macht ersetzt den Geist guter Diplomatie.

Faschistische Kontinuität: Sinti und Roma ausweisen. 1789 – völlig vergessen.

Warum werden nur solche politischen Ideen populär, die in Katastrophen enden?

Reiche: Hartherzige und deshalb habgierige Menschen, die weniger nach dem Besitz als nach der Macht streben.

Die Abschaffung der Sklaverei hat die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen nicht beendet.

Standesadel ohne Liebe führt zu Despotismus, demokratische Mehrheiten ohne Liebe ihrer Repräsentanten in den Zynismus.

Sie beherrscht der Wille zur Lüge, weil sie unbedingt Sieger sein müssen.

Nur der Wille zur Vernichtung schafft noch Nähe. Sie kennen die Liebe nicht.

Dem Volk wenden sich die Herrschenden nur dann zu, wenn sie es brauchen – als Stimmvieh, Steuerzahler und Krieger.

Nichts ist ärgerlicher, als sich grundlos zu fürchten. Gilt das auch für Kernkraftgegner?

Macht erhält ihre Legitimität nur durch gute Zwecke.

Die Bürokratie des Verdachts transformiert jeden Verein in eine Diktatur.

Freiheit im Neoliberalismus: Anpassung, Rigidität, Disziplin, Unterwerfung.

Kampf ums Dasein in neoliberalen Zeiten: Die hasserfüllte Abstiegsangst wendet sich unsolidarisch gegen jeden Mitkonkurrenten, erbarmungslos.

Sie können den kollektiven Tod nicht denken. Das Wort „Atomtod“ bleibt leer. Deshalb sind sie auch für atomare Rüstung und für Kernkraftwerke.

„Den Tod als Investition der Freiheit begreifen“. Pier Paolo Pasolini.

Für die Verfechter von Atomwaffen und von Kernkraftwerken: Wir leben in der Endzeit, in der wir uns jederzeit das Zeiten-Ende bereiten können. Diese alte Einsicht von Günther Anders wird unsere Technokraten auch heute nicht beeindrucken. Apokalypseblindheit, eben.

Wer für Atomwaffen und Atomenergie ist, spielt mit der endgültigen Vernichtung unserer Möglichkeit, überhaupt zu sein.

Wer die Verantwortung für die Sicherheit von Kernkraftwerken einschliesslich der notwendigen Endlagerung übernimmt, ist entweder hybrid oder dumm.

Die Geduld der Unterdrückten und Ausgebeuteten ist keine Tugend, sondern Dummheit, auf jeden Fall aber Feigheit.

Das Denken in Kollektiven ist keine Praxis nur der Marxisten.

„Könnten Wahlen etwas verändern, würde man sie verbieten.“ Rosa Luxemburg. Desavouiert die Autorin die Wahrheit dieses Satzes?

„Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist.“ Ferdinand Lassalle.

Nicht alle Wahrheiten vertragen das Sonnenlicht der Herrschenden.

Der gute Zuhörer wittert schon beim ersten Versprechen den verschlagenen Politiker.

Die moderne Psychologie bürdet dem Einzelnen alles auf. Damit entlastet sie die Politik.

Der Neoliberalismus braucht die sozialstaatsfeindliche Dressur seiner Opfer.

Mit jahrzehnetlanger Verspätung erfahren wir, in welchem Ausmass wir belogen und betrogen wurden. Für die Opfer ist es dann immer zu spät.

Die demokratische Regierungsform ist nicht mit den Regierenden zu verwechseln. Nur wenn die Menschen nichts taugen, taugt auch die Demokratie nichts.

Die Psychologisierung aller Lebensbereiche führt zur Neutralisierung des politischen Denkens. Eine Steilvorlage für die Machteliten.

Der Wille zur Macht erhält alte Köpfe erstaunlich lange jung.

Wenn die Regierenden Empathie mit Schwäche verwechseln, dann haben sie ihre Unschuld endgültig verloren.

Nur keine aristokratischen Sitten, zetert der Demokrat. Eben. Deshalb haben wir auch keine Feinheit, keine Höflichkeit, keine Würde mehr.

Politik, auch in Demokratien, kann und darf nicht entscheiden, was Wahrheit ist.

Die Diktatur der Technik macht auch jede Demokratie zunichte. Man beruft sich nicht auf die Stimme des Volkes, sondern auf die selbst verursachten Sachzwänge.

Dem Demokraten fehlt immer noch der Adel des Herzens.

Um Atomkraftwerke mit guten Gründen abzulehnen, muss man nicht auf ein zweites Tschernobyl warten.

Der Kampf gegen den Terrorismus bringt den Terror mit hervor. Charles Taylor.

Der pure Wille zur Macht endet immer in Unterdrückung und Zerstörung.

Die Repression in der Schweiz ist frappant“. Ach, lieber Max Frisch, nicht nur in der Schweiz!

Spenden können nicht den Sozialstaat ersetzen, der Sozialstaat nicht die zivilgesellschaftliche Anstrengungsbereitschaft des Einzelnen.

Nach Lektüre von 1079 Seiten Autobiographie, nicht frei von Eitelkeiten: Lieber Hartmut von Hentig, bei dem Einfluss ihrer Adelskreise, von dem Sie wortgewaltig Bericht geben, fiel der Widerstand gegen den Nationalsozialismus sehr dürftig aus. Dazu F.J. Raddatz: „Die ganz verlogene Dönhoff“, wenn uneingeschränkt von ihrem Widerstand im 3. Reich gesprochen wird. „Ekelhaft, wie sich die Leute ihre eigenen Lügen glauben und man sie ihnen, sind sie Gräfin, glaubt.“

Der dritte Stand baute für sich Hütten, für Könige und Fürsten Paläste und für die Popen die Kathedralen Gottes. Das konnte nicht gut gehen.

Sozialismus. Die Welt, die wir meinten. Nicht die Idee ist gescheitert, sondern die Menschen an ihr. Ein Schicksal, das auch das Christentum kennt.

Die kollektive Selbstzufriedenheit des Konsumenten vereitelt jede zukunftsfähige Idee.

Der Übergang von der despotischen Unfreiheit in die politische Freiheit war ein historischer Akt der bürgerlichen Revolution. Der Übergang von der Tyrannei der Selbstsucht in die innere Freiheit der Person ist ein anthropologischer Akt der geistigen Revolution. Dieser steht immer noch aus.

Die Willkür auch des demokratischen Staates wird längst wie eine Droge geschluckt.

Die Mediendemokratie ist zum Schaulaufen für das Mittelmass verkommen.

Die Parteien, schlecht geführt,  sind der Nährboden überflüssiger Konflikte.

Wie können hohe UNO-Beamte zu aufwändigen Festessen gehen angesichts der Millionen Hungernden, um die gerade diese Prasser wissen sollten?

Wer die kleinen Angelegenheiten des Alltags in Ordnung hält, tut mehr für den Frieden und die Gerechtigkeit als jeder verblasene internationale Grosskongress.

Die politische Verwahrlosung unserer selbsternannten Eliten – nur Stammtischgeschwätz?

Entscheidungsträger, Verantwortungsträger, Bedenkenträger – selten tragbar.

Diktatoren in unseren Demokratien: Eine nicht unbeträchtliche Gruppe von Wissenschaftlern und Journalisten.

Es gibt Bedingungen, unter denen "die Gelassenheit des stillen Säufers die Oberhand gewinnt über die eitle Unruhe des Führers von Völkern". Jean-Paul Sartre: Das Sein und das Nichts.

Wer nichts Durchdachtes zuwege bringt, der ist  zuständig für die Wucherungen von Reformen.

Hartz IV in Deutschland: Das sozialpolitische Nagelbrett. Ein fairer Sozialstaat würde unterscheiden: Wer will nicht und wer kann nicht arbeiten.

„Armut in der Stadt ist gross, aber die Faulheit viel grösser.“ Martin Luther. Das daraus sich ergebende protestantische Arbeitsethos ist zur tragischen Grundlage des Raubbaus an der Natur geworden.

Paradies, altpersisch: Jagdgehege, ein eingezäunter Bereich, vom Alltag getrennt. Also ein Schonraum, in dem man auch erschossen werden kann.

Welcher Geschichtsphilosophie folgen Sie? Geschichte sei terroristisch, also einschüchternd. Geschichte sei chiliastisch, also glückbringend. Geschichte sei abderitisch, also einfältig. Jedes Votum hat seine eigenen Folgen. Im ersten Fall glauben Sie an Verfall und Untergang. Im zweiten Fall sind Sie optimistisch und sehen Fortschritt und Glückseligkeit auf uns zukommen. Und im dritten Fall sind Sie skeptisch von der Wiederkehr des immer Gleichen überzeugt.


Peter Kern


Tags:
 


Zufällig ausgewählte Glosse

Naive Gefahrenverwaltung: Globale Omnipotenz bei schon lokaler Ohnmacht.