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Religion

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Religion





Es gibt keine wahren und falschen Religionen, es gibt nur andere.


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"Die Stellung des Menschen im Kosmos, zum Anfang, seine Herkunft, sein Ziel, das ist das grosse Geheimnis, und das religiöse Problem ist das humane Problem, die Frage des Menschen nach sich selbst." Thomas Mann.

Gott kann redlicherweise für den Menschen nur als deus absconditus gedacht werden. Wir sollten von ihm schweigen.

Über Gott reden, heisst, ihn verraten.

Nicht der Priester folgte dem Liebesgebot, es war der Samariter.

Die Christenheit verwaltet eine Wahrheit, die sie nicht aneignen will.

Wer ist es, der von mir verlangt, dass ich das erreiche, was ich menschlich erreichen könnte? Es ist nicht mehr Gott. Ich bin es selbst, der sich stärken muss, um das Mögliche zu leisten.

Wenn das krirchliche Dogma die Liebe tilgt, hat sich das Christentum aufgegeben.

Nicht was wir glauben, sondern dass wir glauben, erhält uns am Leben.

Der Mensch habe sich Gott nur erfunden, damit er sich nicht umbringen muss. Kirilow. Dostojewskij.

"Dass Gott Gott heisst, das hat er von den Menschen." Meister Eckhart.

Die rabiate Askese mancher Mönche zeugt davon, wozu der Mensch auch fähig ist. Konsumoptimierung ist also kein Naturgesetz.

Der Klang. Vom unerhörten Sinn des Lebens. Martin Schleske, ein tief religiöser Geigenbauer. Man müsste dieses Buch ins metaphysisch Offene umschreiben.

Die christlichen Kirchen haben ihre verletzende Macht verloren, für alle zu diktieren, was wahr ist.

Die heutige ökologische Problematik ist eine "gnadenlose Folge des Christentums." Carl Amery: Das Ende der Vorsehung.

Gott ist tot – welche Hybris. Über ihn wissen wir nichts. Wahr dagegen ist: Der Mensch ist tot. Längst wurde vergessen, was der Mensch vom Menschen weiss.

Theologischer Darwinismus: Gott kümmere sich nur um die Erhaltung der Arten, nicht aber um das Wohlergehen der Individuen. Angesichts der Artensterbens in der Ökokrise gilt nicht einmal das mehr.

Die Vereinigungswahrheit aller sich im Widerstreit befindenden Gläubigen könnte sein: "Sich gegenseitig zu helfen, zu lieben und sich glücklich zu machen." So schon Voltaire. Heute Hans Küng: Weltethos.

Gott lebt – Gott ist tot. Beide Sätze sind unzulässige Anthropomorphisierungen.

Wenn man selbst an keinen Schöpfergott glaubt, muss man dann gleich alle Christen in Verruf bringen?

Dogmatische Konfessionalität tötet; ein Mangel an religio auch.

Kommunistische Dogmatisierung: Brecht. Katholische Dogmatisierung: Claudel.

Nur eine a-kirchliche Religiosität zählt.

Christliche Philosophie ist ein hölzernes Eisen. Wer mit Gottes Eingebungen philosophiert, hat aufgehört, Philosoph zu sein.

An etwas glauben, ist kein Beweis der Existenz des Geglaubten.

Buddha folgen, heisst, Loslassen, Freiwerden für die Erleuchtung. Kann ich auch mein eigener Buddha sein? Ich kann es nicht nur, ich sollte es auch, denn das Unbedingte, dem ich mich anvertraue, ist nicht irgendwo aussen; es ist in mir.

Triffst du Buddha in der Stadt, töte ihn! Also: Werde du selbst, werde erwachsen.

Nicht gegen den Strom schwimmen. So siegt man nicht. "Ich segne das Böse und gehe weiter." Dalai Lama.

Ausgrenzender religiöser Rassismus: Katholiken – und die anderen Menschen.

Auch Epiphanien können Gottesdienste sein.

„Der Tempel ist heilig, weil er nicht zu Verkauf steht“. Dieser Satz Ezra Pounds ist Vergangenheit. Der Kapitalismus macht auch vor Kirchenverkäufen nicht halt.

Katholisch sein heisst, alle zusammenzubringen. Wieweit ist Rom davon entfernt!

Die katholische Kirche war stets beteiligt, wenn es darum ging, mit den spanischen Unterdrückern Beute zu machen und Macht über die Ureinwohner auszuüben: Christlicher Kolonialismus, nicht Christianisierung. Bolivien.

Metaphysische Askese könnte die überlebenswichtige Moral der Religionen zukunftsfähig machen. Hans Küng: Weltethos.

Der Vatikan verschläft die Zukunftsfähigkeit von Gottes Schöpfung.

Katholische Theologen haben die Vernunft zum dürren Verstand abmagern lassen, ja mehr noch, man hat versucht, sie umzubringen.

Immer noch notwendig: Warnungen vor dem Christentum der Amtskirche als Herrschafts- und Verdummungsinstrument. Christentum der kranken Christenheit gegen das gesunde Christentum des Neuen Testamentes. Kierkegaard.

Im Glauben ist nur der Zweifel gewiss. Gilt das auch für den philosophischen Glauben? Karl Jaspers.

Er gehe ungetröstet durch die Welt. Woher weiss er das?

Starb Jesus den Sühnetod, um uns Menschen von der Erbsünde zu befreien? Oder starb er, um die erwartete Ankunft des Reiches Gottes zu beschleunigen? Albert Schweitzer, nicht dogmenkonform.

Jean Paul: „Mit dem Glauben bin ich kein Christ, aber mit dem Herzen war ich von jeher einer.“ Eine metaphysisch offene Anthropologie.

Das Bewusstsein für Transzendenz ist verdunstet. Es gibt nur noch brackige Pfützen, die nichts mehr spiegeln.

Ach, ihr Christen! Wenn Ärzte Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, gebt ihr Morddrohungen aus und lasst demonstrativ Kirchenglocken läuten. Was aber tut ihr gegen den millionenfachen Mord an Gottes Schöpfung der Natur? Gibt es auch für dieses Versagen einen gnädigen Gott?

Abstieg: Gott – Theologie – Religionsphilosophie – Ethik der Religionen – Religionssoziologie.

Aufstieg: Aberglaube – Eiferglaube – Religio

Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, sagt die Bibel. Wohl eher schufen die Menschen Gott nach dem ihrigen. In beiden Fällen kam bisher nichts Besonderes dabei heraus.

Irdisches Schicksal, sub specie aeternitatis: Der eine Priester berührt die Seele, der andere den Hosenschlitz.

Rom sieht die Welt: Von der Lehrmeinung abweichende Befreiungstheologen, aufklärungswütige Vatikan-II-Anhänger, hedonistische Geschiedene, todbringende Familienplaner mit Pille, sexualisierte Kondomträger, niedermenschliche Homosexuelle und Lesben.

Rom sieht die Welt nicht: Die Zerstörung von Gottes grossartiger Schöpfung, die Gier der Mächtigen, das Elend der Unterdrückten und Ausgebeuteten, den Missbrauch zehntausender von Kindern und Jugendlichen durch die eigenen Priester.

Oberammergau: Das Christentum ist nur noch als grosses Theater zu ertragen.

Die katholische Kirche ist eine zweitausendjährige Kriminalgeschichte. Ist sie deshalb abzuschaffen?

Zulange haben sie das Abendmahl den Liebesmahlen vorgezogen. Die Folgen sind verheerend.

Die Bibel ist ein kostbares Gefäss Jahrtausende alter menschlicher Grenzerfahrungen. Karl Jaspers.

Die verbissenen wissenschaftlichen Streitereien innerhalb der Theologie widerlegen das Liebesgebot, von dem sie handeln.

Der Schöpfergott des Grauens und sein Wille zur Liebe: Wie geht das zusammen? Zweieinhalbtausend Jahre intensivsten Nachdenkens brachten keine Klärung. Theodizee.

Ich glaube an das Leben vor dem Tode. Ich lebe jetzt, und nur jetzt. Aber ich versuche, so zu leben, dass ich in nicht auszuschliessenden anderen Welten mit Anstand in den metaphysischen Spiegel schauen kann. Sittlichkeit nicht als offenbarungstheologischer Tauschhandel. Statt Pascal also Voltaire.

Der Akt der Selbstüberwindung, um mich an ein Unbedingtes zu binden - ist das ein Geschenk, sola gratia, oder ein Selbstwahlakt, ganz innerweltlich? Wie auch immer: Die aus dieser Bindung sich ergebenden guten Taten zählen, nicht die Hüllen ihrer dogmatischen Deutungen. Das ist nicht mit Luthers Werkgerechtigkeit gleich zu setzen.


Peter Kern


 


Zufällig ausgewählte Glosse

Sie sprechen über Nichtigkeiten mit einem solchen Ernst, so dass ihnen die ernsten Angelegenheiten dieser Welt gar nicht mehr in den Blick kommen.