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Bildung - Ausbildung - Grundbildung

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Bildung – Ausbildung – Grundbildung

Der Bildungsbegriff ist einer der unschärfsten Begriffe. Das gilt für die Pädagogik/Erziehungswissenschaft selbst, erst recht aber für die öffentliche Diskussion. Insbesondere in der Bildungspolitik weiss kaum noch jemand, was „Bildung“ ist.

Im Konzept der „metaphysisch offenen integrierenden Pädagogischen Anthropologie“ wird „Bildung“ wie folgt bestimmt:

Ausbildung:

In ihr geht es um eine ständige Optimierung von Wissen und um eine nie aufhörende Perfektionierung von Können. Wissen und Können bleiben jedoch im Blick auf die mit diesen Fähigkeiten zu erreichenden Ziele ambivalent. Mit viel Wissen und grossem Können kann man Leben fördern, aber auch zerstören. Erfolgreiche Ausbildung kann folglich zum Verstandesegoisten führen. Diese Verstandesegoisten werden zum Ursprung von individuellen Miseren und kollektiven Katastrophen. Wer demgegenüber Leben erhalten und fördern will, der  muss jede Ausbildung in eine Grundbildung einbetten. Wissen und Können sind im Unterricht vermittelbar.

Grundbildung:

In der Grundbildung wird der Grund gelegt, auf dem jede Ausbildung erst ihre ethische Legitimation erhält. Grundbildung ist eine Erziehung zur Sittlichkeit. Grundbildung gibt der Ausbildung die ethisch legitimierte Ausrichtung. Grundbildung ist mehr als ethische Aufklärung (Wissen um das, was sein soll) und mehr als moralische Bewährung (Können dessen, was sein soll). In der Grundbildung geht es um eine Verwandlung der ganzen Person von der furchtgetriebenen und verstandgesteuerten Ich-Sorge zu einer in der „Liebe“ gründenden Du-Sorge. Grundbildung ist im Unterricht nicht vermittelbar. Sie muss im konkreten Leben in Originalbegegnungen erfahren werden. Vgl. Die Grenzen der bildenden Kraft der Sprache.

Bildung:

Bildung ist Ausbildung und Grundbildung; also Wissen, Können und ethisch legitimiertes Wollen. Johann Heinrich Pestalozzi hat das einmal anschaulich so gefasst:

Bildung ist die Trias von „Kopf“ (Wissen) – „Hand“ (Können“) –„Herz“ (ethisch legitimiertes Wollen).

„Herzensbildung“ ist folglich der Dreh- und Angelpunkt jeder wahren Bildung.

vgl. auch: Emporbildung

Peter Kern

 


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Unbehaust wohnen: Die Töchter lernen nicht mehr die Überlieferungen ihrer Mütter.