• Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Bologna / Aufsatz

E-Mail Drucken PDF







Epochenwechsel im universitären "Bildungs"-System - oder eine fiktive Situation:

Katharos überfällt Polysyllabos auf einer Reise nach Marseille

Was war los? Mit einem heftigen Ruck hielt der Zug. Es war dunkel in meinem Zweiercoupé. Ich schob den Vorhang beiseite. Mit Mühe erkannte ich: Vor vier Uhr. Also hielten wir irgendwo zwischen Orange und Marseille. Ich zog mich flüchtig an. Ich war beunruhigt. Vorsichtshalber suchte ich nach dem kleinen Revolver, den ich immer nach Marseille mitnahm. Vorurteile, nichts als Vorurteile, gewiss.  Die Kriminalitätsrate dort ist nicht höher als in Frankfurt am Main. Und dennoch. Les Baumettes: Sitz der Könige der Kriminalität. Ich hatte durchaus Sympathien für einige. Ihr ungebrochener Freiheitsdrang! Auf dem schmalen Flur verschlafene Reisende. Eine Oberleitung sei gerissen. Es könne Stunden dauern. Gewissheit kam durch den Nachtschaffner: Ja, wir werden Marseille nicht um 6 Uhr erreichen. Wie lange die Reparatur dauern werde? Er wisse es nicht. Wir waren Gefangene auf Zeit. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Ich ging, mir einen Kaffee zu besorgen.

Vor dem Abteil des Schaffners mit dem Kaffeeautomaten hatte sich eine Schlange gebildet. Wenigstens diese Maschine funktionierte. Ich reihte mich geduldig ein. Vor mir eine kleine drahtige Gestalt, zappelnd, in ständiger Bewegung. Der Mann drehte sich um. Unsere Blicke trafen sich.
Guten Morgen, Polysyllabos, grüsste ich.
Hallo, Katharos, antwortete er fahrig.
Verlegenheit und Unsicherheit und ein Fluchtinstinkt machten sich bei mir breit. Bitte, nicht hier und nicht unter diesen Umständen. Polysyllabos schien Ähnliches zu denken. Er wandte sich ab. Nach Minuten kamen wir, nebeneinander stehend, vor dem Kaffeeautomaten an.
Sei’s drum, dachte ich. Ich wagte es.
Du reist auch in den Süden?
Ja.
Für längere Zeit?
Weiss nicht.
Er will nicht. Also lasse ich es sein. Nein, jetzt oder nie. Ich wurde direkt.
Das Schicksal oder der Zufall, wie immer Du willst, Polysyllabos, spielt uns eine Chance zu.
Wie meinst Du das, Katharos?
Haben wir nicht seit Jahren etwas zu bereden, zu klären?
Meinst Du?
Ja, das meine ich.
Katharos, Du willst mich anklagen!
Durchaus möglich. Damals warst Du es, der ständig redend über uns herfiel, heute möchte ich Dir einiges sagen.
Katharos, ich glaube zwar nicht an Zufälle, aber gut: Was hast Du zu sagen? Wo können wir uns hinsetzen?
Komm in mein Coupé. Ich reise allein.

Wir sassen uns gegenüber, zwei Schatten, die aus einer gemeinsamen Vergangenheit kamen. Ich konnte sein Gesicht nur in groben Zügen erkennen.  Später sorgte die Sonne der Provence für Helligkeit. Für stechende und brennende Klarheit.

Polysyllabos, Du hast damals, so begann ich, ein schönes Amt übernommen, zuerst aus selbstsüchtigen Gründen, denn Du warst machthungrig, oder soll ich freundlicher sagen: ehrgeizig, du hast zunächst auch aus nachvollziehbaren Gründen gehandelt, aber schon bald wurdest Du opportunistisch, und dieser Opportunismus wurde Dir zur inneren Überzeugung. Du warst rasch nicht mehr der, den wir ursprünglich zum Rektor unserer Universität gewählt hatten.

Du fragst, ob Du gleich widersprechen sollst?
Bitte.
Nein, doch nicht. Ich möge erst einmal fortfahren.
Also gut.

Wer keine begründete eigene Meinung hat, flüchtet sich wohl oder übel in das, was alle tun, das heisst heutzutage ins Formale, ins Methodische, in den wilden Wirbel leerlaufender Organisationsentwicklungsorgien. Du wurdest zum Meister der Flucht vor einem eigenen Standpunkt. Du übernahmst die veröffentlichte und ignoriertest zunehmend die öffentliche Meinung. Du folgtest willig den Chefdeutern der Bildungspolitik und hast dabei viele Steuergelder dafür ausgegeben, um die entscheidenden Fragen zu vermeiden. Du hast dafür gesorgt, dass unsere Hochschule zur Spielwiese illiberaler Planungs- und Steuerungseuphorie wurde, damit sie die Themen unberührt lassen kann, in denen es wirklich um etwas geht.

Anstatt unsere Universität souverän zu führen, hast Du sie obrigkeitskonform nach den Spielregeln der ökonomischen Globalisierung umgebaut und dann verwaltet, und das in der Attitüde eines  machtbewussten, autoritären Managers. Geänderte Gesetze gaben Dir eine fragwürdige Legitimation dazu.

Papier um Papier, besser modisch: Paper um Paper entstand unter Deinem Druck mit immer neuen und wilderen Organigrammen. Modisch aufgeputzt wurden sie in den Fachschaften und dann im Senat präsentiert. Mit power-point, selbstredend, farbig und in steter Bewegung. Alles, was unter diesem Präsentationsniveau daherkam, hatte schon verloren, bevor der erste Satz gesprochen war. Unsere Köpfe wurden wie bei einem Tennisspiel hin- und hergezwungen, nur mit dem Unterschied: Das Spiel in Wimbledon konnte mitreissend spannend sein, die hektisch ausgebrüteten Neuerungen in unserer Universität waren für mich eine Katastrophe, eine Umwendung und darin eine Zerstörung von Substanz.

Der Ertrag solcher visualisierten Fliessdiagramme und Strukturmuster stand nämlich in keinem Verhältnis zur aufgeputzten Präsentation. Hinter Kästchen und Kreisen, Pfeilen und vielfältigen Schattierungen verbarg sich der permanente Abbau akademischer Freiheit. Der Wissenschaftsminister mit seiner Entourage muss sich den Bauch vor Lachen gehalten haben, mit welchem Eifer die Selbstentmachtung der Universität vorangetrieben wurde. Du machtest uns zu Tätern und Opfern zugleich. Und die Mehrheit folgte Dir widerspruchslos. Das bestätigte Dich. Rasch war der Mut zu eigenem Denken geschwunden gegenüber einem alexandrinischen Reflex, Widerspruch solange nicht zu akzeptieren, bis man sich überzeugt hatte, dass Du ihn abgesegnet hattest.

Unter den Talaren der Muff von Tausend Jahren, i bewahre! Unter den trendigen Geschäftsanzügen der Reformwütigen das Hasenherz der lähmenden Furcht, aus Unachtsamkeit einen eigenen Gedanken zu denken und damit unangenehm aufzufallen. Da sie sich offensichtlich selbst nicht über den Weg trauen, trauen sie auch keinem Kollegen und schon gar nicht einer Idee. So verabschiedeten sie die altehrwürdige Idee der Autonomie der akademischen Selbstbestimmung. Folglich wurde Reglementierung um Reglementierung eingeführt, Kontrolle um Kontrolle unnachgiebig ausgeübt. Inzwischen sind die Universitäten zu einer beispiellosen Überwachungs-Organisation geworden: Dozierende wie Studierende unter dem ständigen Diktat evaluierter Hochleistungseuphorie. Ihr Reformer scheint nur noch einen Feind zu kennen, den unabhängig forschenden Geist, den selbständig denkenden Einzelnen.

Nahm man die Freiheitssaboteure beiseite und klärte sie auf über ihren zerstörerischen Eifer, so hatten sie für unsereinen nur Kopfschütteln übrig. Für sie war man halt von gestern. Und anstatt diesem Spuk aus rektoraler Sicht ein Ende zu bereiten, fördertest Du das alles: Effizienzoptimierung, Synergieeffekte erzielen, Evaluation. Fusionieren und verkoppeln, differenzieren und entkoppeln. Wir stellten uns immer wieder neu auf. Hinter allem die technischen Parameter: Standardisierung, Planbarkeit  und Kontrolle. Fragebogen um Fragebogen belästigte uns, Statistik um Statistik zeigte, wo wer wie in einem wie immer legitimierten Rankingsystem verortet war. Ranking- und Evaluations-Manie. Wer hat wie viele Studierende durchgebracht, ja, durchgebracht, nicht gebildet, nicht einmal mehr ausgebildet. Einfach nur durchgebracht, durchgeschleust, abgehakt, ins Erfolgsbuch der Zahl der Abschlüsse eingetragen. Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat die meisten Doktoranden im ganzen Land? Und für die Studierenden: Wer liest Kant am schnellsten und effektivsten. Wie viele Credit Points gibt es für die Lektüre der „Kritik der reinen Vernunft“, ein Rest von Prüfung, abgefragt durch Multiple-Choice-Verfahren.

Die Fachschaft für Philosophie legte als erste einen nach den Bologna-Kriterien durchorganisierten Studienablauf vor. Du erinnerst Dich?  Credit-Points, Leistungspunkte erhält man nach einem festgelegten Arbeitsaufwand. Dieser Arbeitsaufwand wird, selbstredend, auf Englisch formuliert: student workload.  Es geht also nicht um inhaltliche Äquivalenzen von Studien, also nicht um Leistungen des Verstehens und des reflexiven Denkens, sondern nur um aufgewendete Arbeitszeiten. Wie viel Arbeitsstunden und entsprechende Credit-Points gibt es also für die Lektüre von Platon und Aristoteles, Hobbes und Descartes, von Kant und von Hegel, von Husserl und Heidegger? Die lieben Kolleginnen und Kollegen hatten schlicht das Inhaltsverzeichnis einer beliebigen Philosophiegeschichte abgeschrieben und den Klassikern in fröhlicher Schätzung Workloads und Credit-Points zugeteilt. Das alles in eine schicke Tabelle gepackt, werbewirksam farbig visualisiert und dem Senat zur Verabschiedung vorgelegt. Ein kabarettreifes Unterfangen. Sie glaubten vernünftigerweise, aber leider recht naiv, mit ihrem Coup die Absurdität des ganzen Spiels offengelegt zu haben. Statt die erhoffte Grundsatzdiskussion über die politisch erzwungene Reform losgetreten zu haben, ernteten sie Beifall. Gerade von ihnen habe man das gar nicht erwartet. So schnell. So überzeugend. Kaum einer wollte die Lächerlichkeit dieser demütigenden Prozedur öffentlich eingestehen.

Wer daran erinnerte, eine Hochschule habe sich vielleicht auch mit Inhalten auseinanderzusetzen, akademische Diskurse über brisante Themen sachkompetent durchzustehen, der lief sofort in das bereitgestellte Messer: Die Zeit der Ideologien, so hiessen nun alle Positionen mit Wahrheitsanspruch, sei vorbei. Nicht inhaltliche Standpunkte gelte es zu bedenken, sondern funktionale Zusammenhänge seien zu optimieren.

Statt die wissenschaftliche Neugierde zu fördern, bestimmt die wirtschaftliche Rendite das Studium: Was ist eine Philosophie-Vorlesung wert, ökonomisch betrachtet? Welchen monetären Nutzen bringt die Analyse eines Romans? Wer hier Schwierigkeiten hat zu antworten, und das haben alle Reformer, der streicht solche Veranstaltungen aus dem Lehrplan. Punkt. Die fragwürdig sogenannten Geisteswissenschaften bringen keine arbeitsmarktfähigen Studierenden hervor, also weg mit dem alten Plunder. Dafür boomen an bologna-gebeutelten Universitäten Studienfächer für Schmalspur-Experten, die schliesslich zu Nischenkönnern verkommen. Du willst ein Beispiel? Bitte schön: Pferdewissenschaften an der Universität Göttingen mit dem akademischen Titel Master of Science. Man darf sich dort tatsächlich vier Semester lang mit „Entmistungstechniken“ und „Einstreumaterialien“ beschäftigen. Im speziellen „Praxismodul“, zu dem die Bolgogna-Kriterien verpflichten, kann der Studierende sich dann als Parcours-Chef oder als Rasse-Experte beweisen. Ich habe für die altehrwürdige Georg-August-Universität, heute firmiert sie unter dem Etikettenschwindel Elite-Universität, noch einen Schwerpunkt für Pferdewissenschaften anzubieten. Wie wäre es mit philosophischer Hippologie? Oder gar kiergegaardisch: Wer bist Du, Pferd? Wenn die Modulplaner Hilfe benötigen, mögen sie bei Günther Anders nachschlagen. Doch Vorsicht: der konnte noch selbständig denken!

Was sagst Du, das sei ein Einzelfall? Nein, mein Lieber. Die Hochschulrektorenkonferenz verzeichnet mehr als 6000 Einträge für neue Studiengänge. Die Universität als Gemischtwarenladen. Hier hast Du gleich noch ein Beispiel. Man kann sich auch akademisch zum Bohnenzähler ausbilden lassen. Die schon im Titel schön modisch herausgeputzte Northern Business School ( NBS ) in Hamburg bietet einen Bachelor für „Coffeemanagement“ an.

Es wurde heller. Die Sonne begann, von der Provence Besitz zu ergreifen. Wir holten uns einen zweiten Kaffee.

Ich fuhr fort. Die Habsucht war in unserer Hochschule an die Stelle der Suche nach Wahrheit getreten. Karriere machen, sich berufen lassen, um im Kollegenklüngel schon die Folgeberufung einzufädeln. Unsere Hochschule wurde zum Karrieredurchlauferhitzer. Sie bleiben doch länger? Sie nehmen doch Wohnsitz in unserer Stadt? Immer antworteten sie mit Ja, und belogen sich und uns und die Studierenden. Wahrhaftigkeit? Ein Fremdwort. Doch wer wollte sich das eingestehen! Und Du sorgtest durch eine manipulative Berufungspolitik noch dafür, dass jene Theorien auch in unserem Hause Einzug hielten, die der Wahrheit erst gar keine Chance mehr gaben. Wer sich in humaner Tradition darum bemühte, junge Menschen mit Sokrates, Jesus, Mahatma Gandhi oder Martin Luther King ins Gespräch zu bringen, dem beschiedst Du zynisch, er betreibe ein Studium der Loser: Sokrates vergiftet, Christus ans Kreuz genagelt und Gandhi und King erschossen. Basta. Die taugen nicht zur ökonomischen Standortsicherung, sie reichen nicht einmal für eine Exzellenzinitiative.

Katharos, Du übertreibst!

Wirklich? Der immer kläglichere Zustand der Wahrheit wurde und wird gar nicht mehr bedauert. Wahrheit ist keine relevante Kategorie mehr. Auch die Suche nach ihr nicht. Jeder  konstruiert seine je eigene Welt selbst. Fertig. Dann erscheint auch die Lüge während der Berufungsverhandlung nicht mehr als Lüge. Es ist die konstruierte Tatsache der Karrieristen. Così fan tutte! Das mag auch das tolldreiste Vorgehen beim Verteilen von Credit Points verständlicher machen: Wenn es eh keine Wahrheit im Text gibt, dann kann man die Klassiker, wenn überhaupt, gleich im „Kindler“ zusammengefasst lesen. Das spart Zeit! Ich habe es erlebt während einer Fortbildungstagung: Time-Management für Kant- und Hegel-Lektüre. Die „Phänomenologie des Geistes“ in sechs Stunden! Ach, und Euer Glaube an die Objektivität von Leistungsmessungen! Ihr führt Bewertungs- und Vergleichsparameter ein, die überhaupt nicht messen, was da ist, sondern nur das provozieren, was sich dann messen lässt.

Das scheint Dir normal zu sein?  Polysyllabos, muss ich Dich wirklich daran erinnern: Philosophische Texte, Literatur, deren Lektüre braucht Zeit, manchmal viel Zeit. Wissen lässt sich büffeln, auch unter Zeitdruck, Verstehen dagegen nicht. Horrible dictu: Man muss diese Texte mehrmals lesen, immer wieder.  Deren wissenschaftliches Studium kann also nicht mit den Massstäben der Rentabilität gemessen werden. Was macht Ihr besinnungslos gewordenen Reformer? Alles, was aufhält, muss raus aus den neuen Studiengängen, bestenfalls wird es als „abstract“ eingedampft serviert, nach dem Muster: Goethe, Faust I: Junger Mann verführt Mädchen und lässt es sitzen. Die Messergebnisse dieser „Leistungen“ spiegeln das Banale Eurer Kultur.

Studium auch als Sinnfindungsprozess, als Einübung in die grossen Themen der Menschheit: Geburt, Liebe, Partnerschaft, Freundschaft, Tod, das ist Schnee von gestern. Hermeneutik und Phänomenologie werden der Prozess gemacht. Man hält auf sich und pocht auf wertfreie empirisch-analytische Wissenschaft. Lebensphänomene zu verstehen ist Zeitverschwendung. Bitte, nicht mit persönlichen Krisen die Effizienzstatistiken versauen! So etwas stört die Bilanzen. Und wer Themen der Lebenswelt nicht vom Studium zu trennen vermag, der taugt ohnehin nicht für die harten Anforderungen der Wirtschaft. Die wollen jetzt schon, an der Universität, eingeübt werden, nicht einmal nur im geheimen Lehrplan, sondern ganz offen und ungeniert werden die Anpassungsexzesse an die Forderungen des Marktes durchgesetzt. Nur so wird der markttaugliche Absolvent produziert. Und das gelingt Euch vorzüglich. In einem Magazin für Managerseminare meldet sich einer von Euch mit dem Statement zu Wort, Authentizität sei ein Irrglaube, denn solches Echtsein mache erfolglos. Das ist nicht mehr zu überbieten. Kompliment.

Dass damit die existentiellen Probleme nicht aus der Welt geschafft sind, ganz im Gegenteil, kann jeder Studienberater, jeder Psychologe bestätigen, zu denen man die Psychos schickt, wie die neuen Dozenten die Empfindsamen abschätzig nennen.

Was sagst Du jetzt? Ich sei zu fordernd gewesen? Ich hätte Dich mit meinen Ansprüchen damals überfordert? Wenn Du mir gefolgt wärest, dann hättest Du Dein Amt als Rektor aufgeben müssen?  Mir fehle das Pragmatische?

Sag doch gleich, dass ich ein abgehobener, unrealistischer Idealist sei. Ein Weichei, eben einer jener unerträglichen Gutmenschen, die völlig untauglich sind für die Geschäfte des Alltags. Und diese zu besorgen, dass sei doch Deine Aufgabe als Rektor gewesen.

Was sagst Du, Polysyllabos? Ob ich mir überhaupt einmal klar gemacht habe, wer und was alles an Dir während Deiner Rektorratszeit zerrte? Da habest Du professionell sein müssen. Menschliches musste da schweigen.

Das kommt mir verdammt bekannt vor, mein Lieber: Privat ein Mann mit Gefühl und Prinzipien, beruflich ein kalter Rationalist, dem das Amt zunehmend Gewohnheiten abverlangte, die er zu Hause kaum akzeptiert hätte. Eine gespaltene Existenz. Schisma, Schizophrenie: Das galt einmal als Geisteskrankheit. Nein, nein, keine Sorge, ich werde jetzt nicht ungebührlich frech. Ich assoziiere nur Aktuelles: Wer heute noch von Person und Persönlichkeit redet, der ist, um mich der Sprache Deines Nachfolgers zu bedienen, mega out. Angezeigt ist das sich ständig auflösende, multiphrene Ich. Es geht um Pluralität. Du bist nicht eins, Du hast Viele zu sein! Der Mensch verschwindet wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand. Der Einzelne: zu ewiger Subjektlosigkeit ausgeblasen. Oder noch modischer und sehr beliebt heute: Man ist kein Mensch mehr, sondern nur noch ein System. Bei so viel abenteuerlicher anthropologischer Konstruktion gelingen dann auch empirische Beweise dafür, dass es kein freies Wollen gäbe. Tollkühn schliesst man vom „System Gehirn“ auf den ganzen Menschen. Der Schweizer Philosoph und Literat Peter Bieri hat diesen Unsinn im Rundfunk innerhalb von 20 Minuten luzide aufgedeckt und erledigt. Was treibt Euch eigentlich an, den Menschen hinunter zu interpretieren auf die Funktionsweise von Lurchen?

Die Sonne brennt. Die Luft flirrt in der Hitze. Kein Schutz. Wir holen uns die letzten erhältlichen Flaschen Wasser. Wir trinken hastig. Es kühlt ein wenig.

Katharos, Du bist masslos.

Bin ich masslos? Was habe ich denn geleistet, was es rechtfertigen würde, so über Dich herzufallen? Das denkst Du doch jetzt, nicht wahr?


Du schweigst. Aus Höflichkeit oder aus Furcht vor der nächsten Attacke?

Ich sage es Dir, Polysyllabos: Nichts, nichts wirklich Zählbares habe ich vorzuweisen. Praktisches Engagement, ja; vor allem aber: Immer da für die Studierenden! Doch das, was heute zählt, spuckt mich als Nobody aus: In keiner internationalen Rankingliste wirst Du meinen Namen finden, im Internet musst Du lange suchen, bis es Spuren meiner Existenz preisgibt. Muss ich Nietzsche und Freud bemühen, um mir auf die Schliche zu kommen? Beruhigend nur: Nach den Bologna-Kriterien hätte auch Kant heute keine Chance, zehn Jahre lang nichts veröffentlicht. Ein Skandal!

Wie armselig ist der Mythos vom unaufhaltsamen Fortschritt Eurer Zivilisation, dieses traumlose Recycling der eigenen Leere. Wir sind nun auch an den Universitäten verhext vom Voodoo-Zauber unseres ökonomischen Wachstums und vernarrt in die geistlose Akkumulation von Waren und Kapital. Der westliche Rationalismus hat kein Gespür dafür, dass sein Hochmut provinziell, sein Verstand imperial und sein Wohlstand hohl ist.  -

Dagegen, so hoffte ich, soll etwas werden, was noch nicht ist. Ich wählte also die falschen Arbeitsschwerpunkte: Frieden und Ökologie! Emporbildung als pädagogisches Programm. Wie also? Wir sind. Aber wir haben uns noch nicht. Wir wissen mithin noch nirgends, was oder wer wir sind, zuviel ist voll vom Etwas, das fehlt. Vor allem fehlen Vernunft und Weisheit und Liebe. In der Tat ein Loser-Programm: Wie konnte ich nur!

Die Sonne steigt unaufhaltbar höher. Sie sticht.

Polysyllabos, Du denkst, nun sei ich endgültig durchgeknallt. Vielleicht. Und so gestehe ich Dir auch dies: Inzwischen hasse ich alles, was nur durch blosses Wissen bedeutsam wird, denn dieses Wissen ist stets ambivalent. Sein Wert hängt davon ab, in den Dienst welcher Macht es genommen wird. Und die Träger der Macht sind Menschen. Also hängt unsere Zukunft von der Qualität der Menschen ab. Wie sie alle aufstöhnen, die eilfertigen Bologna-Reformer: Qualität des Menschen! Wie eine faule Frucht spucken sie diese Wortfolge aus und schütteln sich. Qualität des Menschen: Genau das ist für mich Bildung, nicht das masslose Rankingsystem von PISA. Ja, Bildung im emphatischen Sinne. Noch so ein Wort, das Du gar nicht mehr magst. Mach das mal gefügig für eine empirische Untersuchung – nichts wird bleiben, was mir daran bedeutsam ist. Gar noch in der Zusammensetzung von Herzensbildung, éducation sentimentale. Sie zielt auf moralische Sensibilität. Sie überwindet die krankmachenden und todbringenden Leidenschaften wie Masslosigkeit und Gier; sie versteht sich auf Gabe und Gegengabe.


Jetzt stöhnst auch Du auf. Ja, mein Lieber Polysyllabos, so etwas wie Herzensbildung nehme ich allerdings für mich in Anspruch. Nicht dass ich ihr immer entspräche, ganz im Gegenteil. Ich nähere mich ihr oft sehr unzureichend. Aber auf diesen Stern will ich zugehen. Denn ohne diese Vision, ja, Du hast richtig gehört, ich habe Vision gesagt, ohne diese Vision wird es keine befriedetere und gerechtere Zukunft geben.

Ich muss wahrhaftig bleiben und Dir sagen: Polysyllabos, Du hast nicht zuende gedacht. Du warst nicht reflexiv genug. Insofern hast Du während Deiner Amtszeit an unserer Hochschule schwere Schuld auf Dich geladen. Deine Reformen waren und sind nur der ungestüme Ausdruck einer heute allgemein gewordenen Eigenliebe.
Für Dich war doch Bildung nur noch ein Spezialtraining für die Gladiatorenkämpfe der Marktarena. Und das neoliberale Denken wird diesen Prozess fortschreiben, bis die Studierenden unser Haus als gesponsertes Privatunternehmen betreten können: Es lebe die Coca-Cola-Universität! Wissenschaft als Produktionsfaktor. Wie nun, wenn dieser längst verwahrlost ist? Nur der Ausdruck furchtgetriebener und verstandgesteuerter Machtkonkurrenz?

Ruhestandsdissidenten wie Erwin Chargaff und Noam Chomsky und Joseph Weizenbaum urteilen so. Für die Schar der bologna-trunkenen Professorinnen und Professoren sind solche Pioniere ihrer Zunft freilich keine Wissenschaftler. Jeder Grünschnabel, neu im Amt, rümpft die Nase. Die eben Genannten leisten ja Widerstand gegen die faktische Demontage des ethischen Sollens. Und dieses Sollen schliesst die Kritik an unserer Gesellschaft ein. Sie begründet ihre Distanz zum Neoliberalismus, zur ökonomischen Globalisierung, zur Theologie des Marktes.

Euch Neuerern dagegen geht das ökonomische Vokabular beflissen gedankenlos über die Lippen, es stellt sich ein wie ein Reflex. Eure Sprache ist wie ein ungewolltes Geständnis. In ihr tritt der bedingungslose Egoismus des Raubtierkapitalismus schreiend zutage, in ihr feiert er seine traurigen Triumphe. Ihr habt längst angesichts dummdreister Sprechblasen aus dem Jargon des New Managements widerstandslos kapituliert. Was sage ich, kapituliert? Nein, ihr schwelgt geradezu im Erfinden von Neologismen und sprecht auch dann Englisch, wenn ihr als Deutsche ganz unter euch seid. Es ist zum Haareraufen!

Du rechtfertigst Dich jetzt, Du verteidigst Dich? Ich bin gespannt, Polysyllabos.
Die Hochschulreform, die Du in unserem Hause autoritär in Gang gebracht hast, sei notwendig gewesen. Der Bologna-Prozess sei gut.

Ich frage: Notwendig?

Welche Not wendet Ihr da? Die Not mangelnder ökonomischer Wettbewerbsfähigkeit! Also den Wettkampf der Verstandesegoisten, die bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit Elend und Tod über uns bringen? Wollt ihr noch effektiver die Natur plündern, noch gründlicher Landstriche verwüsten und noch mehr historische Gemetzel anrichten? Bist Du wirklich davon überzeugt, dass die Miseren und Katastrophen auf unserem Globus Ausdruck mangelnden Wissens und Könnens sind, das man nur bologna-gestützt zu optimieren und zu perfektionieren habe, um sie dann zu überwinden? Auschwitz ereignete sich nicht, weil Menschen damals zu wenig wussten und konnten.

Was heisst hier gut?

Gut ist eine ethische Kategorie. So dürftest Du gar nicht reden, denn Ihr habt doch längst die postmoderne Beliebigkeit ausgerufen. Die Aufgabe Eurer Ethik sei es, vor der Moral zu warnen. Dass hinterrücks dann ein gar totalitärer, nämlich ein rein ökonomischer Imperativ auftaucht, ist der  blinde Fleck in Eurem Sehraum. Erst wenn der Taubenschwarm Eurer schönen Reden aufgeflogen ist, wird Euer Standbild in seiner ganzen Blösse sichtbar sein. Übrigens: Die Tauben der Finanzwelt fliegen gerade davon.


Ihr betreibt keine Hochschulreform, nein, Ihr vollzieht eine Liquidierung der alten Universität. Liquidieren heisst verflüssigen. Ihr verflüssigt ihre Substanz, bis sie in den modulisierten Studiengängen völlig überflüssig geworden ist. Wenn es gut geht, schwimmen gelegentlich noch Brocken alter humaner Wissensbestände in der neuen Sauce von technischer Verwertbarkeit und Effizienzoptimierung.


Lass mich zur Effizienzoptimierung noch dieses sagen: Im Wirtschaftsprozess gibt es systemimmanente Begleiterscheinungen hoher Effizienz, und zwar ganz materielle: Etwa gefährlichen Schutt, vergiftete Abfälle mit allen negativen Folgen für ein gesundes Leben. Welches sind wohl die systemimmanenten Begleiterscheinungen Eurer effizienztrunkenen Hochschulreform? Eine Aufgabe, die in Euren Credit-Points-geadelten Modulen nicht vorkommt, nicht vorkommen kann: Sie setzt den Gebrauch des eigenen Verstandes voraus, also den Mut zur Aufklärung. Dafür gibt es aber kein Modul. Solches Vorgehen bewahrt Euch vor einem Wissen, das subversiv werden könnte. Statt die Höhen der  reflexiven Distanz zu erklimmen, badet Ihr mit Euren Studierenden lieber lustvoll im Meer der Affirmation.

Von hier her verstehe ich auch, dass Du mir zunehmend ausgewichen bist.
Mein Denken machte Dir Angst.

Du nickst? Ist das ein Zeichen von Zustimmung?

Polysyllabos, wir waren einmal Freunde. Sag, hast Du heute überhaupt noch Freunde? Oder sind es bestenfalls nur Komplizen?

Katharos, ich bitte Dich, jetzt gehst Du endgültig zu weit!

Also gut, rede ich von mir. Inzwischen empfinde ich nur noch Ekel. Ekel vor allem, was Ihr zum Ding gemacht habt mit Eurer einseitigen Wissenschaftsauffassung und den dazu passenden Organisationsmodellen. Merkt Ihr gar nicht: All das lebt nicht, und Ihr selbst lebt am allerwenigsten. Eure wohlfeilen fertigen Konzepte und prallen Portefeuilles spiegeln eine gesellschaftliche Ordnung, in der der Blick vom Opfer aus von vornherein unmöglich geworden ist. Unter Euch gibt es keine existierenden Menschen mehr. Wie auch. Euer Ausbildungssystem vereitelt sie. Und das Erschreckende: Ihr feiert das als Fortschritt!


Welchem Fortschritt Du dienst, mein Freund aus vergangenen Tagen, das solltest Du Dir in einer stillen Stunde einmal vorurteilsfrei bewusst machen. Es ist jedenfalls nicht der Fortschritt einer Herzensbildung mit zukunftsfähigen Lebensstilen.

Kennst Du Dr. Schlegel, Polysyllabos? Nein. Er ist ein sehr guter Freund von mir. Du solltest ihn kennenlernen. Er hat als freier Unternehmer den Mut, mich in seine Seminare in Scuol einzuladen. Dort wird leidenschaftlich gerungen – um eine zukunftsfähige Welt.

Du dagegen dientest aus dem sicheren Port einer beamteten Professur heraus dem etablierten Mammonismus. Auch an unserer Universität hat die Monetarisierung aller Lebensbereiche aus Werten nur noch Waren gemacht. Allgemein gesprochen: Der Sinn von Sport, Politik, Recht, Wissenschaften, Künsten, ja Ethik und Religion ist unter das dominante Deutungsmuster der Ökonomie, und darin des Geldes, geraten.

Selbstreferentielle Verdummungsstrategien, ausschliesslich im Dienste des Kapitals, lassen die Massen vergessen, was Not tut und möglich ist. Die Medien haben mehrheitlich ihre Aufklärungskraft verloren; ihre Journalisten haben sich vielfach hinabgestuft bzw. hinabstufen lassen zu blossen Unterhaltungsanimateuren. In den Firmen geht die Angst um, und das auf allen Hierarchiestufen; auch Top dogs  fallen heute tief. Kants Maxime, den Mut aufzubringen, sich seines eigenen Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen, ist in Vergessenheit geraten. Man denkt nur noch in immer hastiger produzierten Trends und Moden. Das gilt auch und erst recht für die Hochschulreform. Sie ist mit heisser Nadel gestrickt.

Polysyllabos, Deine Hochschulreform greift zu kurz. Sie ist nicht radikal genug angesichts der Herausforderungen, vor denen die Menschheit heute steht. Wollen wir in Frieden überleben, dann müssen wir die heutige Wirklichkeit umdenken, um ins Mögliche vorzustossen. Alles ist verloren, doch nichts ist verspielt. Wir können von vorn anfangen und den Traum einer brüderlichen und schwesterlichen Welt ins Werk setzen – wenn wir es denn nur wollten!

Mit Eurem Wissenschaftsverständnis ist das prinzipiell nicht zu leisten. Ob Ihr die radikale Unmenschlichkeit der von Euch bestaunten Wissenschaft einmal einseht und rechtzeitig zugebt? Die Übermacht Eures rechnenden Denkens schlägt täglich entschiedener auf Mensch und Natur zurück und entwürdigt und verdinglicht alles zum bestellbaren Bestandstück eines masslosen operationalen Modelldenkens: Standardisierung, Planbarkeit  und Kontrolle. Tod.


Du guckst sehr skeptisch. Du schüttelst den Kopf.

Ich weiss. Ich überfordere Dich schon wieder. Wozu Ihr Euch gerade noch aufraffen könnt, ist ein weiterhin krankmachendes Krisenmanagement. Ein Innovationsschub jagt den anderen und destabilisiert das Ganze, weil gewachsene Strukturen, weil Traditionen als wertlos in den Mülleimer der Geschichte geworfen werden, respektlos, hochnäsig, überheblich. Ihr laboriert an Symptomen, heilt aber nicht. Eure Kultur in ihrer heutigen Entwicklungsphase ist eine Unkultur, ohne Vernunft, ohne Weisheit. Ihr treibt Erkenntnis ohne Liebe.

Und noch ein Letztes: Ich argwöhne, 1933 hättet Ihr mit gleichem Eifer das NS-Gedankengut unter die Studierenden gebracht wie Ihr heute den Bologna-Unsinn vorantreibt. Ich weiss, der Vergleich hinkt, wie alle Vergleiche, er ist in Deinen Ohren ungeheuerlich. Vor allem: Er ist politisch nicht korrekt. Eben.

Dieser Selbstkritik von Dir,  Katharos, habe ich nichts hinzuzufügen.

Unser Abteil hatte sich ins Unerträgliche aufgeheizt. Draussen brannte die Sonne immer rücksichtsloser hernieder. Die Sinne litten unter den Scherben des Lichts. Die Augen wurden geblendet, wir schwitzten. Wir hatten Durst. Die letzte Flasche Wasser wurde vor lange Zeit getrunken. Es gab keine mehr.

Ihr Reformwütigen habt den Kulturraum der alten Universität liquidiert. Wenn ich es genau besehe: Polysyllabos, Du hast mich getötet!

Bist Du wahnsinnig, Katharos! Nimm die Pistole weg! Du kannst mich doch nicht erschiessen!

Ich könnte es, aber ich werde es nicht tun, und zwar deshalb nicht, weil ich mich genau den Imperativen verpflichtet weiss, die in Eurer modulisierten neuen Wissenschaftswelt keine Themen mehr sind.


In diesem Moment ruckte der Zug, einmal, zweimal, dann kam er langsam in Fahrt. Ich schaute erschöpft in die schöne Landschaft der Provence: Avignon, Cavaillon, Salon.


Er war gegangen. Grusslos. Verständlich.


Bald erreichten wir Marseille, das alte Massalia, in dem man mit den Augen der Griechen sehen lernte: Stolz und frei!

---------------------


Wer mag, kann sich wie in einem Quiz auf die Suche nach so mancher oben im Text versteckten Formel machen – oder:
Ein Lektüre-Leitfaden für besinnendes Denken:


Amery, Carl: Global Exit, München 2002
Anders, Günther: Die Antiquiertheit des Menschen, Bd. I und II, München 1980
Bieri, Peter: Wie wäre es, gebildet zu sein? In: NZZ am Sonntag, 6.11.2005, S. 30-32
Bloch, Ernst: Experimentum Mundi, Frankfurt/M. 1975
Camus, Albert: Der Fremde, Frankfurt/M. 1980
Chargaff, Erwin: Abscheu vor der Weltgeschichte, dt. Stuttgart 1988
Chomsky, Noam: Profit over People, dt. Hamburg/Wien 2000
Foucault, Michel: Die Ordnung der Dinge, Frankfurt/M. 1995, 13. Aufl.
Grossmann, Michael: Wertrationalität und notwendige Bildung, Frankfurt/M. u.a. 2003
Heidegger, Martin: Denkerfahrungen, Frankfurt/M. 1983
Hörisch, Jochen: Die ungeliebte Universität. Rettet die Alma mater! München/Wien 2006
Kern, Peter: Wertewandel und Medizin, in: PRAXIS. Schweizerische Rundschau für Medizin,
96. Jg. 2007, S. 287 – 295
Kern, Peter/Wittig, Hans-Georg: Pädagogik im Atomzeitalter, Freiburg i.Br. 1984, 2.Aufl.
Kern, Peter/Wittig, Hans-Georg: Notwendige Bildung, Frankfurt/M.u.a. 1985
Kuhn, Helmut: „Liebe“. Geschichte eines Begriffs, München 1975
Lévi-Strauss, Claude: Traurige Tropen, Neuauflage: Frankfurt/M. 2008
Liessmann, Konrad Paul: Theorie der Unbildung, Wien 2006
Morkel, Arnold: Die Universität muss sich wehren, Darmstadt 2000
Nassehi, Armin: Ist Ihre Universität schon gut aufgestellt? In: FAZ, 28.01.2009, S. N5
Padrutt, Hanspeter: Der epochale Winter, Zürich 1984
Padrutt, Hanspeter: Und sie bewegt sich doch nicht, Zürich 1991
Peccei, Aurelio: Die Qualität des Menschen, Stuttgart 1977
Reiser, Marius: Warum ich meinen Lehrstuhl räume. Gegen die Selbstauflösung der deutschen
Universität durch Verwandlung in eine Lernfabrik, in: FAZ, 14.01.2009, S. N5
Tesch, Sandra: „Das Studium wird zur Rekrutenschule“ ( Peter von Matt ), in: NZZ, 31.10.2006, B9
Weizenbaum, J.: Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft, Frankfurt/M. 1978


Der vorliegende Text wurde vorgetragen während des
„Samichlaus Symposiums“ am 06.12.2008 in Bezau, Österreich
Ausrichtung: Dr. Schlegel Healthworld AG, CH-6312 Steinhausen.

Referenten des "Samichlaus Symposiums":

Prof. Dr. Ernst-Peter Fischer, Universität Konstanz: Der Sinn des Unsinns
Werner Rolli, Fotograf u. Journalist, Küttigen: Wie viele Pixel braucht der Mensch zum Glück?
Dr. Bruno Abegg, Universität Zürich: Reisen zwischen Langeweile und Sehnsucht
Prof. Dr. Peter Kern, Freiburg i.Br./Schopfheim: Epochenwechsel im universitären „Bildungs“-System
Dr. Steffan Michler, Bad Dürkheim: Sensorik – dem Wein erliegt die Wahrheit


Peter Kern


Nachtrag

Die 2008 vorgetragene Kritik an der Bologna-Reform findet 2011 ihre Bestätigung:

Lisa Schnell: Forscher-Kritik am Bachelor - Kritisches Denken kommt an Unis zu kurz.



 


Zufällig ausgewählte Glosse

In kapitalistischen Wirtschaften wird der Mensch zum konkurrierenden Raubtier deformiert.