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Gut und Böse

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„Gut“ - „Böse“

 

Beide Begriffe werden terminologisch im Rahmen meines Konzeptes pädagogisch-anthropologisch ausgelegt, und damit wird die lange und komplizierte Begriffsgeschichte mit ihren widersprüchlichen Implikationen zurückgelassen.

Das „Gute“ meint das „Sich-Bewähren“ aus der Grundbefindlichkeit der „Liebe“, mit der Konsequenz Leben-erhaltender und Leben-fördernder Taten; das „Böse“ meint die Motivation unseres geistigen Atems aus der Grundbefindlichkeit der „Angst“ mit der Konsequenz individueller Miseren und kollektiver Katastrophen. 

Hierher gehört auch die Beantwortung der Frage, ob der Mensch „von Natur aus“ „gut“ oder „böse“ sei, und je nach Antwort werden dann „pessimistische“, „optimistische“ oder „realistische“ Konzepte vom Menschen unterschieden.

Das pessimistische Menschenbild geht davon aus, dass der Mensch von Natur aus „böse“ sei. Es kann dann nicht erklären, wieso ein solchermaßen destruktiv-aggressiver Mensch zu positiven Handlungen kommt.

Das optimistische Menschenbild geht davon aus, dass der Mensch von Natur aus „gut“ sei. Dann ist nicht einzusehen, wie ein solchermaßen positiv ausgestattetes Wesen so viele negative Handlungen begeht.

Realistisch dürfte es sein, davon auszugehen, dass der Mensch von Natur aus dazu ausgestattet ist, sich sowohl Leben zerstörend als auch Leben fördernd zu verhalten.

Erich Fromm hat einmal eine umfangreich Studie zur Geschichte dieser Problematik vorgelegt; E. Fromm: Anatomie der menschlichen Destruktivität, Stuttgart 1974.

Auch Hans Jonas hat hier deutlich und überzeugend geantwortet: Die Natur des Menschen sei offen für „Gut“ und „Böse“. „Denn auch damit muß man sich abfinden, daß es eine eindeutige ‘Natur’ des Menschen nicht gibt; daß er zum Beispiel von Natur (‘an sich’) weder gut noch schlecht ist: er hat die Fähigkeit zum Gut- oder Schlechtsein, ja, zum einen mit dem andern - und dies allerdings gehört zu seinem ‘Wesen’“. „Es gibt nur die biologisch-seelische Ausstattung dieser ‘Natur’ zu Reichtum und Armut des Seinkönnens, die beide gleich ‘natürlich’ sind - mit einem Vorsprung der letzteren, denn Armut im Menschlichen kann sowohl durch ungünstige Umstände verhängt als auch unter den günstigen durch Trägheit und Bestechlichkeit (wahrlich natürliche Triebe) gewählt sein, während Reichtum des Selbst zugleich mit der Gunst der Umstände auch Anstrengung erfordert (schon die des Kampfes mit der Trägheit). Das entbindet natürlich nicht im mindesten von der Pflicht, nach den günstigen Umständen für Alle zu trachten, ohne von ihnen mehr zu erwarten als die verbesserte Chance zum bonum humanum“, H. Jonas: Das Prinzip Verantwortung, Frankfurt/M 1979, S.385.

Vgl. dazu auch Carl Friedrich v. Weizsäcker: Wege in der Gefahr, München/Wien 1976, S.265: „Vernunft wird nicht durch materielle Bedingungen hervorgerufen, sondern nur durch den Anruf der Vernunft selbst“.

Peter Kern

 

 


 

Gut und Böse

 

Gut und Böse: Beide Begriffe werden terminologisch im Rahmen des Hauses-des-Verstehens  pädagogisch-anthropologisch ausgelegt, und damit wird die lange und komplizierte Begriffsgeschichte mit ihren widersprüchlichen Implikationen zurückgelassen.

Das „Gute“ meint das „Sich-Bewähren“ aus der Grundbefindlichkeit der „Liebe“, mit der Konsequenz Leben-erhaltender und Leben-fördernder Taten; das „Böse“ meint die Motivation unseres geistigen Atems aus der Grundbefindlichkeit der „Angst“ mit der Konsequenz individueller Miseren und kollektiver Katastrophen.  

Hierher gehört auch die Beantwortung der Frage, ob der Mensch „von Natur aus“ „gut“ oder „böse“ sei, und je nach Antwort werden dann „pessimistische“, „optimistische“ oder „realistische“ Konzepte vom Menschen unterschieden.

Das pessimistische Menschenbild geht davon aus, dass der Mensch von Natur aus „böse“ sei. Es kann dann nicht erklären, wieso ein solchermassen destruktiv-aggressiver Mensch zu positiven Handlungen kommt.

Das optimistische Menschenbild geht davon aus, dass der Mensch von Natur aus „gut“ sei. Dann ist nicht einzusehen, wie ein solchermassen positiv ausgestattetes Wesen so viele negative Handlungen begeht.

Realistisch dürfte es sein, davon auszugehen, dass der Mensch von Natur aus dazu ausgestattet ist, sich sowohl Leben zerstörend als auch Leben fördernd zu verhalten.

Erich Fromm hat einmal eine umfangreich Studie zur Geschichte dieser Problematik vorgelegt; E. Fromm: Anatomie der menschlichen Destruktivität, Stuttgart 1974.

Auch Hans Jonas hat hier deutlich und überzeugend geantwortet:

Die Natur des Menschen sei offen für „Gut“ und „Böse“. „Denn auch damit muß man sich abfinden, daß es eine eindeutige ‘Natur’ des Menschen nicht gibt; daß er zum Beispiel von Natur (‘an sich’) weder gut noch schlecht ist: er hat die Fähigkeit zum Gut- oder Schlechtsein, ja, zum einen mit dem andern - und dies allerdings gehört zu seinem ‘Wesen’“. „Es gibt nur die biologisch-seelische Ausstattung dieser ‘Natur’ zu Reichtum und Armut des Seinkönnens, die beide gleich ‘natürlich’ sind - mit einem Vorsprung der letzteren, denn Armut im Menschlichen kann sowohl durch ungünstige Umstände verhängt als auch unter den günstigen durch Trägheit und Bestechlichkeit (wahrlich natürliche Triebe) gewählt sein, während Reichtum des Selbst zugleich mit der Gunst der Umstände auch Anstrengung erfordert (schon die des Kampfes mit der Trägheit). Das entbindet natürlich nicht im mindesten von der Pflicht, nach den günstigen Umständen für Alle zu trachten, ohne von ihnen mehr zu erwarten als die verbesserte Chance zum bonum humanum“, H. Jonas: Das Prinzip Verantwortung, Frankfurt/M 1979, S.385.

Vgl. dazu auch Carl Friedrich von Weizsäcker: Wege in der Gefahr, München/Wien 1976, S.265: „Vernunft wird nicht durch materielle Bedingungen hervorgerufen, sondern nur durch den Anruf der Vernunft selbst“.

Gut

Böse

Peter Kern

 


 


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