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Nichts

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Nichts


Der Begriff wird hier nicht im Sinne einer Gegenstandskategorie verwandt; dem „Nichts“ sich ausgesetzt fühlen, heisst, eine absolute Leere zu erfahren, eine Leere, in der mich „nichts“ mehr hält: Nihilismus.

Diesem „Nichts“ sich ausgesetzt finden, löst die Befindlichkeit der „Angst aus.

Ich finde mich in einem Gefühl des abgrundtiefen Preisgegebenseins wieder; alle Lebensbezüge sind zerrissen. Ohne solche Vertrautheitsbezüge bin ich längerfristig nicht lebensfähig.

Es reissen die Lebensbezüge im "Werk der Natur": Krankheit widerfährt mir, physische Schwäche, Mangel an Konzentration muss ich hinnehmen, usw.

Es reissen die Lebensbezüge im "Werk der Gesellschaft": Beruf, Familie, Freundschaft, Hobby usw. tragen mein Leben nicht mehr.

Es reissen die Lebensbezüge im "Werk seiner selbst": Alles erscheint mir nur noch sinnlos; ein existentielles Vakuum überkommt mich und verdunkelt mein Leben, bis ich schliesslich suizidgefährdet bin.


Wie gelange ich aus der Erfahrung der „Angst“ in ein neues und dann wieder tragfähiges Netz von Lebensbezügen?

Nur durch existentielle Akte der Begegnung mit Menschen, die ihrerseits aus dem Ursprung der „Liebe“ leben und mich so auf meine eigene Möglichkeit hin wecken, mich in Akten der Selbstüberwindung und Selbstwahl zum „Werk meiner selbst“ machen.


Literatur

Martin Heidegger: Was ist Metaphysik? (1929); Nachwort zu ‘Was ist Metaphysik?’ (1943); Einleitung zu ‘Was ist Metaphysik’? (1949), in: Martin Heidegger: Wegmarken, 1978, S.103ff.; S.301ff.; S.361ff.

Ludger Lütkehaus: Nichts, 1999

Vgl. auch die Masterthesis von Thomas Jucker: „Selbstwahlakte“ als notwendige Bedingung einer gelingenden Drogentherapie? Basel  ( zak ) 2009

Peter Kern





 


Zufällig ausgewählte Glosse

Immer wieder notwendig: Consideratio, Umsicht, Tiefblick, Schau auf das Ganze. Kurz: Besinnung. Vita contemplativa. Dies alles ist auch möglich ohne den Glauben an den einen Gott.