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Recht-Gerechtigkeit

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Recht - Gerechtigkeit


„Der gesellschaftliche Mensch erlaubt sich alles Unrecht, damit ihm nicht Unrecht geschehen könne“, so Johann Heinrich Pestalozzi.

In diesen Zusammenhang gehört auch die Unterscheidung von „gesetzlichem Unrecht“ und „übergesetzlichem Recht“, die ich nutze, um Alltagsphänomene der Inhumanität im „Werk der Gesellschaft“ zu beschreiben: In der Wahrnehmung der Partikularinteressen gesellschaftlicher Gruppierungen werde immer wieder „Recht“ gegen die Idee der „Gerechtigkeit“ gesetzt, so dass, - aus sittlicher Motivation - , Rechtsbruch, also die Wahrnehmung übergesetzlichen Rechtes, als legitim erscheine - freilich unter der Bedingung der Gewaltfreiheit.

Zu diesem Ansatz findet sich viel Bedenkenswertes heute bei einem Schüler von Hans-Georg Wittig - Peter Münster: „Wahrheit und Gewaltfreiheit als Wurzeln der Erziehung. Die Bedeutung Mahatma Gandhis für die Pädagogik im Atomzeitalter“, 1995.

Wie unsere Welt, auch in verfassungsrechtlich-demokratisch organisierten Staaten, aus dem Geist gesetzlich kodifizierten Unrechtes missgestaltet wird, ist beeindruckend dargestellt worden u.a. von Karlheinz Deschner: „Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA“, 1992, oder auch von Noam Chomsky: „Wirtschaft und Gewalt“, 1993.

Unverzichtbar heute die philosophische Reflexion von John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit, 1979 u.ö.

Diesen Ansatz greift Martha Nussbaum energisch an. Sie sieht bei Rawls nur die Fiktion eines rationalen Egozentrikers der Vertragstheorie. Dieser Vertragstheorie stellt sie ihren "Fähigkeiten-Ansatz" entgegen. Darin geht es nicht mehr um die Verteilung von materiellen Gütern, sondern um die Verteilung der Bedingungen für ein gutes Leben. In dieser Perspektive haben auch Tiere Fähigkeiten, die es zu schützen und zu entwickeln gilt.

Martha Nussbaum: Die Grenzen der Gerechtigkeit. Behinderung, Nationalität und Spezieszugehörigkeit, 2010

Recht

Gerechtigkeit


Peter Kern




 


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