• Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Metaphysisch offene integrierende Pädagogische Anthropologie (1)

E-Mail Drucken PDF








Es geht um ein Verstehen dessen, wer oder was der Mensch sei
( „Anthropologie“ ; anthropos – der Mensch; Anthropologie – Lehre vom Menschen ).

Zu diesem Verstehen gehört die Einsicht, dass wir Menschen geschichtlich immer unterwegs sind, als Gattung wie auch als Einzelwesen. Wir durchlaufen also kollektive und individuelle Bildungsprozesse ( deshalb: „Pädagogische“ Anthropologie; Pädagoge – der „Knabenführer“, der Kindererzieher ).

Aus dieser Geschichte heraus sind dann unterschiedliche, sich zum Teil radikal widersprechende Entwürfe vom Menschen entstanden. Diese Vielzahl der Bilder vom Menschen waren und sind der tiefere Grund für die Kette der nicht enden wollenden Auseinandersetzungen, Kämpfe und Kriege, von denen die Geschichtsbücher Kunde geben.

Lassen sich diese widersprüchlichen Menschenbilder auf ihre innere Struktur hin durchschauen und in ihrer Genese und Geltung so zuordnen, dass ein neues umgreifendes Verständnis vom Menschen möglich wird ( „integrierende“ Pädagogische Anthropologie; integrieren – die unterschiedlichen Entwürfe vom Menschen in ein übergeordnetes Ganzes aufnehmen )?

Bei solchen Integrationsversuchen scheitert man immer wieder an den metaphysischen Entwürfen von Welt, Mensch und Gott. Geoffenbarte Wahrheiten sich absolut setzender Konfessionen führen statt zum Frieden nur zum Krieg.

Gibt es, jenseits theozentrischer Deutungen, innerweltlich, anthropozentrisch, eine Vereinigungswahrheit, aus der heraus religiös-fundamentalistisches Denken und Handeln überwunden werden kann ( „metaphysisch offene“ integrierende Pädagogische Anthropologie; metaphysisch – jede mögliche innerweltliche Erfahrung überschreitend; metaphysisch offen: solche Erfahrung überschreitende Aussagen als blosse Deutungen offen lassend )?

Literatur

Andrea Rothfelder: Das Konzept der „Metaphysisch offenen integrierenden Pädagogische Anthropologie“ von Peter Kern und Hans-Georg Wittig. Materialien für eine zukunftsfähige Pädagogik, Freiburg i. Br. 2005

Peter Kern / Hans-Georg Wittig: Notwendige Bildung, Frankfurt/M. u.a. 1985


Metaphysisch offene integrierende Pädagogische Anthropologie (2)


Ergänzung:

Das Konzept der metaphysisch offenen integrierenden Pädagogischen Anthropologie ist eine Heilslehre ohne Gott, eine Anleitung zum guten Leben. Sie ist Philosophie, die die Frage nach einem höheren Wesen, meistens Gott genannt, offenlässt.

Der rechte Gebrauch der Vernunft, - der Vernunft wohlgemerkt, nicht des Verstandes -, reicht, um das existenziell Notwendige zu sagen.

Eine solche laizistische Spiritualität thematisiert eine Weisheit für uns Sterbliche, die uns hilft, gelassen zu leben, ohne dass wir dem Tod ausweichen müssen.

Weisheit ist die Überwindung der uns alle peinigenden Angst, Liebe der neu errungene Grund jedes gelingenden Lebens.

Wer wahrhaft liebt, muss keine Zuflucht zu den Illusionen eines wie immer gedachten Jenseits nehmen.

Indem wir ohne die Tröstungen der monotheistischen Religionen leben lernen, vertagen wir die Anstrengungen für ein besseres Leben nicht länger in die Zukunft.

Hier und heute können und sollen wir uns bewähren. Was nach dem Tode kommt, wir wissen es nicht. Und wer mehr behauptet, behauptet zu viel.


Peter Kern


 


Zufällig ausgewählte Glosse

„Wer schreibt, versteckt sich.“ Jean-Paul Sartre.