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Tagebuch

Wir werden Götter

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Was ist der Mensch?

Ein biotischer, beseelter Organismus.

Wer ist der Mensch?

Ein verwirrtes verdorbenes Mittelding zwischen Tier und Engel auf dem Wege zum Homo Deus.


So jedenfalls sieht es Yuval Noah Harari in seinem neuen Buch

„Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen“. München 2017.


Erst eroberte der Homo sapiens die Welt, dann habe er ihr einen Sinn gegeben, bis er schließlich die Kontrolle über sich und die Welt verloren habe.

Notwendig sei deshalb ein „Upgrade“ von den Menschen hin zu Göttern.

Harari, S.64:

„Das Upgrade von Menschen zu Göttern kann auf drei Wegen erfolgen:

durch Biotechnologie,

durch Cyborg-Technologie und

durch die Erzeugung nicht-organischer Lebewesen.“

Es gehe darum, dass die Menschheit „für sich göttliche Schöpfungs- und Zerstörungsmacht erwirbt und den Homo sapiens zum Homo deus erhebt.“, S.69.

Dieser Weg sei nicht mehr zu stoppen, „weil niemand mehr das System versteht“. „Wir können nicht mehr auf die Bremse treten“, S.75. Und wenn es uns doch irgendwie gelingen sollte, die Verwandlung des Menschen zum Gott durch Biotechnologie, Cyberborg-Technologie und durch die Erzeugung nicht-organischer Lebewesen aufzuhalten, dann werde unsere Wirtschaft samt unserer Gesellschaft zusammenbrechen, denn die moderne Wirtschaft brauche, „um zu überleben, fortwährendes und grenzenloses Wachstum. Sollte das Wachstum einmal ein Ende haben, wird es sich die Wirtschaft nicht in irgendeinem Gleichgewichtszustand bequem machen; sie wird auseinanderfallen. Deshalb ermuntert der Kapitalismus uns dazu, nach Unsterblichkeit, Glück und Göttlichkeit zu streben… Eine Ökonomie, die auf immerwährendem Wachstum gründet, braucht grenzenlose Projekte – wie eben das Streben nach Unsterblichkeit, Glück und Göttlichkeit“, S.75.

Das alles habe ich schon einmal kenntnisreicher, durchdachter, besonnener und philosophisch-anthropologisch besser fundiert  gelesen, ohne das der Autor der Machermentalität der modernen Naturwissenschaft und Technik verfallen ist:

Ken Wilber: Halbzeit der Evolution.

Der Mensch auf dem Weg vom animalischen zum kosmischen Bewusstsein.

Sollten die bei Harari zusammengetragenen Fakten der Biotechnologie, Cyborg-Technologie und der Erzeugung nicht-organischer Lebewesen in der Tat für die Umgestaltung des Homo sapiens bestimmend werden, dann werden wir es nicht mit göttlicher Schöpfungsmacht, sondern mit einer durch uns verursachten Zerstörungsmacht zu tun haben, die die heutigen Krisen alt aussehen lassen.


Vgl. Michael Habecker: Halbzeit der Evolution, Zusammenfassung.

Yuval Noah Harari

Ken Wilber


 



 

Keine Balance

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Weil die Herausforderungen von gestern zum Überdruss von heute führen,

also vom Stress zur Langeweile, können wir nicht glücklich sein.


Uns fehlt die Balance zwischen Erregung und Ruhe.


Vgl. den ERGÄNZUNGSTEXT „Gelöstheit als Grundlage gelingenden Lebens“.


Hinweis:

Ein Besucher meiner Kulturseite beklagte, dass die Schrift zu klein sei.

Wer auf der jeweils geöffneten Seite oben im dunklen Balken von den drei „A“s

das größte A mit dem hochgestellten Plus anklickt, vergrößert automatisch die Schrift.


 

Selbstdenker

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Wir sind Fremddenker, Wiederkäuer abgegraster Gedanken vergangener Tage.

Wer bringt es schon zum Selbstdenker?

Paul Valéry in seinen Cahiers.


Vgl. Ich grase meine Gehirnwiese ab. Paul Valéry und seine verborgenen Cahiers.

Ausgewählt und mit einem Essay von Thomas Stölzel.

Auf der Grundlage der von Hartmut Köhler und Jürgen Schmidt-Radefeldt besorgten

deutschen Ausgabe der Cahiers/Hefte in sechs Bänden. Frankfurt am Main 2016


Paul Valéry

 

Säkulare Ethik

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„Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten. Alle Religionen und alle Heiligen Schriften bergen ein Gewaltpotenzial in sich. Deshalb brauchen wir eine säkulare Ethik, jenseits aller Religionen.“

Der Appell des Dalai Lama an die Welt. Mit Franz Alt: Ethik ist wichtiger als Religion. Benevento Publishing. Wals bei Salzburg, 2016 in 16. Auflage.


Das Konzept der metaphysisch offenen integrierenden Pädagogischen Anthropologie enthält eine solche säkulare Ethik für das Atomzeitalter.


Vgl. Peter Kern / Hans-Georg Wittig: Pädagogik im Atomzeitalter. Wege zum Frieden. Hat Franz Alt recht? Aktualisierte Neuausgabe, Freiburg im Breisgau 1984

Vgl. Peter Kern / Hans-Georg Wittig: Notwendige Bildung. Studien zur Pädagogischen Anthropologie, Frankfurt a.M./Bern/New York 1985


Vgl. die ERGÄNZUNGSTEXTE „Metaphysisch offene integrierende Pädagogische Anthropologie ERSTENS und ZWEITENS.

Vgl. Rezeption und Wirkungsgeschichte der "Pädagogik im Atomzeitalter".


 

Wir tun nichts

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„Wir haben die Alternative zum Kapitalismus verloren. Wir können uns außerhalb des kapitalistischen Systems nichts mehr vorstellen. Das kapitalistische System, in dem wir leben, produziert aber Sachen, die uns zunehmend nervös machen: wir glauben auch nicht mehr so richtig dran. Aber das Problem ist: Wir haben keine Alternative. Die Alternative war der Sozialismus, und den haben wir nicht mehr. Das ist für eine sehr lange Zeit verbraucht und weg. Selbst wenn wir sagen wollten Lasst uns das ändern, weil es nicht gut ist und immer häufiger Sachen passieren, die uns gefährden. Da wir nicht wissen, wohin, tun wir auch nichts.“

Diese Aussage entlockte Miriam Schaghaghi dem Schweizer Schauspieler Bruno Ganz in einem Interview, das am 14.05.2017 in der „NZZ am Sonntag“ zu lesen ist.

 

Bruno Ganz

 


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Wer sich nur über den Körper definiert, sollte sich nicht wundern, wenn man nur diesen wahrnimmt.