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Tagebuch

Auf einem Auge blind

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Wie sollte sich ein Waffenlobbyist mit einem Atompazifisten versöhnen? Eine solche Versöhnung wäre doch nur das laue Gemisch einer alltäglichen Oberflächenhöflichkeit. Wollen sie sich wirklich versöhnen, dann muss sich einer bewegen und seine Gesinnung ändern: Entweder sind beide für den Besitz von Atom-„Waffen“ oder beide dagegen. Da das Ja zu Atom-„Waffen“ unabsehbare tödliche Konsequenzen hat, bleibt ethisch nur die zweite Option, das uneingeschränkte und entschiedene Nein.
Weder der Iran noch die USA noch irgendeine andere Nation darf Atom-„Waffen“ besitzen, denn die Atom-„Bombe“ kann uns allen das Zeitenende bereiten.
Die Völkergemeinschaft weiss das. Es gibt seit dem 5. März 1970 den Atomwaffensperrvertrag(Treaty on the Non-Proliferation of Nuclear Weapons). Das ist ein internationaler Vertrag, der das Verbot der Verbreitung und die Verpflichtung zur Abrüstung von Kernwaffen zum Gegenstand hat. Im Atomwaffensperrvertrag verzichten die Unterzeichnerstaaten ohne Kernwaffen auf atomare Rüstung (vgl. Artikel I bis III). Die fünf offiziellen Atommächte (USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und Volksrepublik China), die diesen Status dadurch erlangten, dass sie vor dem 1. Januar 1967 eine Kernwaffe gezündet haben (s. Artikel IX), verpflichten sich im Gegenzug zum Kernwaffenverzicht der anderen, „in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen ... über einen Vertrag zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle“ (vgl. Artikel VI).
Wie können die USA glaubhaft den Iran daran hindern wollen, atomar aufzurüsten, wenn sie ihrer Verpflichtung zur atomaren Abrüstung bisher nicht nur nicht nachgekommen sind, sondern nach Vertragsunterzeichnung noch an zielgenaueren Kernwaffen, den sogenannten Mini-Nukes, gearbeitet haben? Da ist auf beiden Seiten keine redliche Absicht, die Welt von der Geissel der Atom-„Waffen“ zu befreien. Wir im Westen sind einmal mehr auf einem Auge blind.










Es wurde ein neuer Ergänzungstext eingestell. Hans-Georg Wittig: Albert Schweitzer als Wegbereiter einer zukunftsfähigen Kirche.


 

Das krumme Holz der Humanität

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Eidos: das Bild, die Idee. Der Tisch ergreift Besitz vom Holz. Aber auch: Die Vernunft ergreift Besitz von meinem Leib, in der Regel viel zu selten. Wir Menschen sind eben doch aus krummem Holz gemacht. Es zu richten, damit sind wir ein Leben lang beschäftigt. Vollkommenheit werden wir nie erreichen. Wir sind immer nur auf dem Wege zu uns selbst. Kant: „Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden." Isaiah Berlinergänzt: „Ich gehe noch weiter und sage: Und es sollte auch nicht versucht werden." Damit wappnet sich Berlin (1909-1997) gegenüber ideologischen Verführungen. Er ist den autoritären und totalitären Versuchungen seines 20.Jahrhunderts nicht erlegen. Isaiah Berlins aufklärerisches Denken thematisiert einen Wertepluralismus, der jedoch nicht im üblichen Relativismus endet. Er sollte wieder gelesen werden.
Isaiah Berlin: Das krumme Holz der Humanität. Mit einem Vorwort von Franziska Augstein. Berlin 2009
Michael Ignatieff: Isaiah Berlin. Ein Leben. München 2000.

 

"Hilfe, die Welt geht unter!" - "Du spinnst!"

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Am 10.01. versprach ich, einen Text zur Wachstumsproblematik angesichts der ökologischen Herausforderungen zu schreiben. Unter dem Titel "Hilfe, die Welt geht unter!" - "Du spinnst!" ist er in die Ergänzungstexte eingestellt worden.





 

Wertfreie Wissenschaft

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Wertfreie Wissenschaft?

Neutrale, objektive Wissenschaft?

Wird nicht alles, was erkannt und dann entwickelt wird, wenn es sich dafür eignet, militärisch genutzt?

Wissenschaftliche Innovationen als Werkzeuge des Todes. Das soll wertfrei sein?

Die Ausgaben des Verteidigungsministeriums für Forschung an Hochschulen nehmen zu.

An mindestens 47 deutsche Hochschulen hat das Bundesverteidigungsministerium in den letzten zehn Jahren Drittmittel vergeben. Im Jahr 2000 erhielten 18 von ihnen finanzielle Mittel; 2011 waren es insgesamt 23 Hochschulen.

(Liste mit Namen und Höhe der Zuwendungen unter http://dipbt.bundestag.de/dip21/
btd/17/062/1706200.pdf).

Die Summe hat sich dabei von 2,5 Millionen auf insgesamt
rund 4,5 Millionen Euro erhöht. Diese Zahlen nannte das Ministerium in Beantwortung einer Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Vgl. auch den TAGEBUCHEINTRAG vom 15.01.2012.





Unter den "Glossen" zu "Wissenschaft" gibt es neue Einträge.


 

Umwelt-Schmähpreis für die Kreuzfahrtbranche

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In Zeiten der Plünderung unseres Planeten ist es für Reiche eine verdammte Pflicht, Verzicht zu üben. In diesem Zusammenhang zählen viel mehr Menschen zu den Reichen als es die offiziellen Statistiken ausweisen; z.B. auch die Durchschnittspensionärin, der Durchschnittspensionär, wenn sie sich berechtigt fühlen, eine Kreuzfahrt zu buchen.




Der Naturschutzbund Deutschland verlieh der Kreuzfahrtbranche 2011 den Umwelt-Schmähpreis "Dionausaurier des Jahres". Grund: "Ein einziger Ozeanriese stösst auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Autos auf der gleichen Strecke." Von wegen Traumschiff!


 


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Zufällig ausgewählte Glosse

Völkermorde: „Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verliert, der hat keinen zu verlieren.“ Friedrich Schiller: Kabale und Liebe.