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Tagebuch

EHEC-Hysterie

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Aus Anlass der EHEC-Hysterie in dem Buch "Wissenschaft gegen Zukunftsangst", 1998, vonHubert Markl wieder gelesen: Die Massenvermehrung der Menschheit sei zwar natürlich, also bestialisch, und eben deshalb tief inhuman, denn die reproduktiven Konkurrenzvorteile des Menschen gegenüber allen anderen höheren Primaten führten zur Überbevölkerung, und diese sei letztlich tödlich. Natürlich sei es, dass Seuchen, Hungersnöte, Klimaveränderung und Kriege die Geburten- und Sterberaten wieder ins Gleichgewicht brächten. "Wir erleben ja schon heute, wie sich auf dem reich gedeckten Tisch von bald 300 Millionen Tonnen Menschenfleisch, von Milliarden Tonnen unserer Nutztiere und Nutzpflanzen gar nicht zu reden, immer neue Parasiten und Krankheitserreger immer rascher ausbreiten. Es ist nicht zu leugnen: Wir zerstören ja nicht nur die Natur in unermesslichem Grade, wir verhelfen zugleich einer ganz neuen Lebenswelt von Viren, Bakterien, Würmern, Milben, Insekten und Pilzen zu einer grandiosen Entfaltung. Der Natur ist das gleich, sie hat dazu keine Gefühle." Dies zuzulassen, sei aber nicht human. Wir selbst seien es, die mit der Reproduktion der Gattung Mensch verantwortlicher umzugehen hätten. Exponentielles Wachstum sei nicht vernünftig. Humanität weise sich nicht durch die Erzeugung möglichst vieler Menschen aus, sondern durch humane Massstäbe der Lebensverwirklichung. Zwischen den Zeilen steht es bei Hubert Markl, was ich hier ausspreche: Die katholische Sexualmoral enthumanisiert den Menschen. Indem eine bestialisch-natürliche Fortpflanzungsmoral von der katholischen Kirche ethisch legitimiert wird, hebt sie genau diese Humanität auf. Man billigt eine Tragekapazität von Menschen auf unserem Globus, die mit ihrer hyperexponentiellen Vermehrung auf eine irreversible ökologische Katastrophe zutreibt. Ethisch legitimiertes sittliches Vermehrungsverhalten macht also eine Geburtenkontrolle notwendig, zu der übrigens keine Tierpopulation fähig ist. Sich nicht wie die Ratten zu vermehren, wird zum Signum der Würde des Menschen und ermöglicht Zukunftsfähigkeit.


EHEC-Hysterie: Bisher starben 31 Menschen an EHEC. Im Jahre 2010 wurden 3657 Menschen in Deutschland im Strassenverkehr getötet. Ich wünschte mir eine vergleichbare Aufregung über diese Verkehrstoten. Beim Auto geht man eben immer noch lautlos zur Tagesordnung über.


 

Wir sind Schizophrene

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"Mit dem Pathos einer kultiverten Depression den Spagat meistern zwischen einem Leben in Wohlstand und der Zerstörung der Welt. Wir sind Schizophrene." Aus meinen "Glossen" zur Postmoderne.


 

Avantgarde

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Die gewissenlose Gewissheit, die Atomkraft sei beherrschbar, ist - endlich - im öffentlichen Bewusstsein der Deutschen zerbrochen. Global betrachtet sind wir Avantgarde. Wir gehen voran.

Hoffentlich folgen uns rasch andere Nationen!


 

Vom schlechten Denken

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Man sagt, viel zu denken, das mache unglücklich.

Nein, schlecht zu denken führt ins Unglück.


 

Unvernünftige Ferne

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Beide Extreme sind möglich: Überregionale jahrtausendelange atomare Verstrahlung aufgrund eines Super-GAUs oder regionaler stundenweiser Stromausfall. Die deutsche Bundesregierung hat sich am 30.05.2011 entschieden: Ausstieg aus der Kernenergieversorgung. Das ist vernünftig. Der Zeitpunkt für den endgültigen Ausstieg liegt mit dem Jahr 2022 allerdings noch in unvernünftiger Ferne.

 


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Zufällig ausgewählte Glosse

Die Not ist die Kette der Armen dieser Welt, die sie aneinander fesselt. Leider fehlt ihnen die Kraft, sie zu sprengen.