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Tagebuch

Besuch

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Besuch eines ehemaligen Schülers:

Verängstigt in seiner eitlen Unsicherheit, trat er eine Spur zu schrill auf. Alles wirkte aufgesetzt. Jedes Lob für erlebte Vorlesungen und Seminare blieb unglaubwürdig.

Seine zusammenhanglos  aufgeschnappten Beutehappen aus seiner Studienzeit demonstrierten nur eines: Viel verstanden hatte er nicht.

Das hatte ihn nicht gehindert, in der Schulverwaltung Karriere zu machen.

 

Abgrund

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"Ich weiss, dass ich nichts weiss."

"Ich weiss nicht einmal, ob ich nichts weiss."

Der Zweifel führt zur Ironie,

der Zweifel am Zweifel in den Abgrund.

 

Schaler Erfolg

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Die Freude am künftigen Erfolg ist immer eine Freude in der Gegenwart.

Haben wir das Ersehnte erreicht, verblasst die Freude. Der Erfolg wird selbstverständlich und banal.

So erging es mir, als mir die Doktorwürde zuteil wurde, so erging es mir, als ich zum Professor ernannt wurde.

Beide Erfolge wurden bald schal, sie endeten in einer grossen Enttäuschung.

Die Hoffnung, mit dem höheren gesellschaftlichen Status auch höhere Aufmerksamkeit für meine Bemühungen um eine gerechtere, befriedetere und zukunftsfähigere Welt zu erreichen, war naiv.

In den Kreisen, die wirklich über unser Schicksal entscheiden, zählt ein Doktor und Professor nichts.

Ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe solche Kreise kennengelernt. Argumente, sie mögen noch so gut sein, überzeugen solche Leute nicht.

 

Armselig

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In unserer ökonomisch pervertierten Zeit

werden die Lebensziele immer armseliger.

Was keinen monetären Wert hat, zählt nicht mehr.

 

Verrat

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Ich bin in meinem Leben viele Wege irrtümlich gegangen.

Die Richtung, die ich zerstreut einschlug, widersprach dann meinen Absichten.

Ich vergeudete meine Kraft für nichts.

Ich beging Verrat an meinem Wesen.

 


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Zufällig ausgewählte Glosse

Es gibt eine kapitalistische Anthropologie, die behauptet, der Mensch sei von Natur aus ein auf Gewinnmaximierung ausgerichtetes Marktindividuum. Thomas Hobbes. John Locke. Welch ein Missverständnis!