• Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Alles stinkt nach Schwefel

E-Mail Drucken PDF

In der Süddeutschen Zeitung von heute, 10.05.2017, gibt es ein Interview mit dem

großen Personenbeschreiber mit der Kamera, mit dem 95jährigen Georg Stefan Troller.

 

Darin fragt Martina Knoben u.a.:

„Heute sind wieder viele Menschen auf der Flucht, nicht nur aus Syrien. Was würden Sie sich von Europa und der Weltgemeinschaft wünschen?“

Georg Stefan Troller antwortet:

„Im Moment stinkt alles nach Schwefel und frühen Dreißigerjahren. Was da überall auf der Welt vorgeht, von Erdogan bis Trump, Ungarn und Slowakei, ist höchst beunruhigend. Das erinnert ganz stark an die Kriegslüsternheit von damals und an die Freude am Nationalstolz. Noch nie seit vielen Jahren habe ich so viel gehört von America first oder Vive la France! oder le peuple oder auch jetzt neu in Frankreich das System. Das gab es vorher nicht. Da ist ein starker Drang nach Erlösung, so dass eine viehische Frau wie die Le Pen als Erlöserin auftreten kann. Das ist ungeheuer gefährlich und weist darauf hin, dass den Menschen etwas abgeht und im tiefsten Grunde – aber das darf man gar nicht laut sagen – ist es die Sehnsucht nach Religion. Nicht unbedingt eine auf Gott bezogene Religion, aber Religion im Sinne von Verbundensein, im Sinne von Zugehörigkeit, das bedeutet ja das Wort.“

 

Georg Stefan Troller

 


Zufällig ausgewählte Glosse

Wer sich nur über den Körper definiert, sollte sich nicht wundern, wenn man nur diesen wahrnimmt.