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Meinungsfreiheit

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Die Meinungsdiarrhö in einigen Foren im Internet ist nur noch peinlich. Nehme ich einige Aussagen inhaltlich ernst, dann erscheinen sie mir unbedacht und schrecklich, versuche ich, sie als lustig einzustufen, dann sind sie grauenhaft verrutscht.

Nicht nur was man sagt, ist bedenklich, auch wie man es sagt. Die Sprache wird ebenso missachtet wie die Logik der Gedankenführung. Es hiess einmal bei Georges-Louis Leclerc de Buffon „Le style est l'homme même“, der Stil ist der Mensch selbst“. Von ihrem Stil her zu urteilen, mag ich mir die Schreibenden gar nicht vorstellen.

Hier wird ein hohes Gut der Aufklärung, die Meinungsfreiheit, in die Mülltonne getreten. Erinnern wir uns: Voltaire war bereit, wenn es sein müsste, sich für diese Freiheit umbringen zu lassen. Würde er auch heute sein Leben in die Waagschale werfen, nur damit einige Leute öffentlich das sagen, was sie glauben, sagen zu müssen?  Nein, das würde er nicht tun. Energisch hätte er die Delierer mit ihrem tonangebenden Unsinn darüber aufgeklärt, dass zur Meinungsfreiheit ein republikanisches Ethos der Verantwortung gehört.

Vgl. dazu Dietmar Dath / Barbara Kirchner: Der Implex. Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee. Suhrkamp Berlin 2012: „Vom Forum und seinen Formen“, S.290-338.

 


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Warum demütigen Kritiker so gern die Urheber der von ihnen besprochenen Werke, anstatt diese sachlich zu besprechen? Ein Fall für die Psychoanalyse.