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Gegen die begriffliche Dualwirtschaft

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Die begriffliche Dualwirtschaft von Natur und Menschengeist ist undialektisch und antimaterialistisch insofern, als man mit Entitäten handelt, die bei höherer Problemauflösung schlicht verschwinden. Es ist alles die Folge eines Stammes; auch der Geist kommt aus der Natur. Das ist nicht mit einem platten Naturalismus zu verwechseln.

Und die Bipolarität und ihre Inkommensurabilität  von „Gut“ und „Böse“ ist die Falle, in die idealistisches Denken tappt. Ob der Mensch von Natur aus „gut“ oder „böse“ sei, ist nur dialektisch zu klären. Das In-Beziehung-Treten in der Praxis entscheidet darüber, ob ich jemanden erschlage oder ihm solidarisch beistehe. In der Terminologie von Blaise Pascal: „L'homme n'est ni ange ni bête, et le malheur veut que qui veut faire l'ange fait la bête."

Der Mensch ist weder „Tier“ noch „Engel“. Er ist das verwirrte, verdorbene Mittelding zwischen beiden, allerdings mit der Möglichkeit, sich in konkreten Situationen human bewähren zu können. Dass das Scheitern immer inbegriffen ist, ist uns schmerzlich vertraut.

Also: Weder Plautus - „lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit.“ („Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, nicht ein Mensch, wenn man sich nicht kennt.“), bekannter heute in der Formel von Thomas Hobbes: „homo homini lupus“ („Der Mensch ist des Menschen Wolf“.) Noch Jean-Jacques Rousseau – der Mensch sei von Natur aus gut (Émile oder Über die Erziehung: „Alles, was aus den Händen des Schöpfers kommt, ist gut; alles entartet unter den Händen des Menschen.“)

Wieweit wir uns vernunftgeleitet solidarisch bewähren, hängt davon ab, wieweit wir uns emporgebildet haben.




 


Zufällig ausgewählte Glosse

Der Mensch ein toolmaking animal. Benjamin Franklin.