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Karl Marx revisited

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Lesen Sie Terry Eagleton, und Sie werden Anhänger von Karl Marx. Eagleton: Warum Marx recht hat. Dt. Berlin 2012.

Bei der Lektüre zerplatzt eine theoretische Seifenblase des Zeitgeistes nach der anderen. Es ist ein Genuss, Eagleton zu lesen. Es ist eine Herausforderung, ihm zu folgen. Der Ertrag seiner geistreichen Überlegungen: Der Kapitalismus ist überholt, nicht aber der originäre Karl Marx. Der selbstgefällige Stolz auf unseren Kapitalismus unterschlage zu viele Einsichten in seine Opfer. Man sah öffentlich bisher nur die des Marxismus.

Das Ziel von Karl Marx sei nicht  die monströse Sozialismuskarikatur, die man Stalinismus nennt, das Ziel eines recht verstandenen Marxismus sei es, sich selbst überflüssig zu machen, während das Ergebnis des ungezügelten Kapitalismus in einer nie dagewesenen Zerstörungsorgie liege. Eagleton zitiert Slovoj  Žižek: Die Klimakatastrophe z.B. ist „das grösste Marktversagen in der Geschichte“.

 


Zufällig ausgewählte Glosse

Realität erscheint heute nur noch als Faktenaussenwelt. Dass Möglichkeitsinnenwelten sich realisieren können, ist solchem Denken fremd.