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Pädagogische Widerstandskämpferinnen

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„Kindergärtnerinnen und Grundschullehrerinnen, die erst einmal mit viel Geduld und Ruhe gemeinsame Rhythmen und Rituale einüben, in deren Bahnen die gemeinsame Zeit mit den ihnen anvertrauten Kindern verlaufen soll; die sich weigern, durch ständigen Methodenwechsel den Unterricht den Unterhaltungsstandards des Fernsehens anzupassen; die den Gebrauch des Computers aufs Allernötigste reduzieren; die mit den Kindern kleine Theateraufführungen einstudieren, ihnen ein Repertoire von Versen, Reimen, Sprichwörtern, Gedichten beibringen, das auswendig, aber mit Bedacht und Verstand aufgesagt wird; die ihnen nicht dauernd Arbeitsblätter servieren, sondern sie das Wesentliche hübsch ins Heft eintragen lassen: sie gehören zu den Widerstandskämpfern von heute.

Das Abschreiben von Texten und Formeln, einst ein ganz gemeines Kennzeichen der Paukschule, kann unter den Bedingungen allgemeiner Bildschirmunruhe unversehens zu einer Massnahme der motorischen, affektiven, mentalen Sammlung, der inneren Einkehr, um nicht zu sagen, der Andacht werden. Und je früher die Atmosphäre solch profaner Andacht eingeübt wird, desto weniger muss später der Förderunterricht die ADHS-Scherben zusammenlesen.“

Christoph Türcke: Hyperaktiv! Kritik der Aufmerksamkeitsdefizitkultur. Beck. München 2012, S.77f.

 


Zufällig ausgewählte Glosse

Wer den Logos der Griechen moralisch neutralisiert nur als Verstand liest, unterschlägt dessen Vernunftdimension.