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"Menschenzüchtung"?

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In der Stellungnhme Nr. 18/2011 der Nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin, Schweiz, ist zu lesen, dass in der jüngsten Studie des Schweizer Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung (TA-Swiss) zum Thema Human Enhancement Enhancement definiert wird als "alle medizinischen und biotechnischen Interventionen, die darauf abzielen, Menschen in ihren Fähigkeiten und in ihrer Gestalt in einer Weise zu verändern, die in den jeweiligen soziokulturellen Kontexten als Verbesserung wahrgenommen wird, deren Zielsetzung nicht primär therapeutischer oder präventiver Art ist."

Erweiterung, Steigerung, Verstärkung, also "Verbesserung" gesunder körperlicher Funktionen wird gentechnisch, biotechnisch, operativ und pharmakologisch angestrebt. Sind wir auf dem besten Wege zur Menschenzüchtung?

Die am 15.09.2011 verabschiedete Stellungnahme der Ethikkommission trägt den Titel: "Über die Verbesserung des Menschen mit pharmakologischen Wirkstoffen". Es gibt eine Kurzfassung und eine Langfassung des Textes. Die Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich legte ihrerseits ein Orientierungspapier vor: "Pharmakologisches Neuro-Enhancement". Beide Papiere, einschliesslich der Literaturhinweise, sind unverzichtbare Einführungen in einen Prozess der Veränderung unseres Menschenbildes.

Und dann noch dieses aus meinen "Glossen": Eine unheilige Allianz: Die einen dürften dem Weihnachtskaufrausch gar nicht verfallen, weil sie als Ungläubige nichts zu feiern haben, und die anderen müsste die Einkehr in die erwartete Stunde der Geburt Jesu Christi zur Besinnung bringen.

Dürfte, müsste...Beide hat der ökonomische Markt voll im Griff.

Die Weihnachtszeit erlebt man als erfolgsentlastete Zeit nur, wenn man sich dem Konsumdruck entzieht. Solidarisieren wir uns also gegen den öffentlich verkündeten Zwang, Geschenke kaufen zu müssen! Zwei Ausnahme könnten wir uns vielleicht gestatten, das Geschenk eines guten Buches oder den Besuch eines Museums. Wer eine Anregung möchte für ein Buch - Hartmut Rosa: Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne. Frankfurt am Main 2005; - für einen Museumsbesuch: Kunstmuseum Wolfsburg: "Die Kunst der Entschleunigung", noch bis zum 09. April 2012.


 


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Wo gibt es noch Menschen mit hochgemutem Anstand?