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Gehirnwäsche

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Wahrnehmen, was ist:

Fußgänger an Kreuzungen mit Ampelanlagen, die gezwungen werden, bei Rot Abgase einzuatmen, die sie nicht zu verantworten haben;

Radfahrer im Stadtverkehr, die gezwungen werden, sich zwischen Autokolonnen hindurch zu schlängeln, die sie gefährlich am Fortkommen hindern;

Kinder, die gezwungen werden, auf Fußwegen zu spielen, während Autobesitzern das Recht zugesprochen wird, gratis öffentlichen Raum als Parkplätze okkupieren zu dürfen;

Nichtautofahrer, die gezwungen werden, viermal so viel Feinstaub einzuatmen wie die ihn verursachenden Autofahrer;

Müde, die gezwungen werden, sich wach in ihren Betten zu wälzen, weil das Autorecht stärker ist als das Menschenrecht auf Nachtruhe.

Das Auto: nicht nur der Deutschen liebster Tyrann.

Der alltägliche Auto-Wahnsinn: Auto-Gestank, Auto-Lärm, Auto-Rücksichtslosigkeit; Auto-Verbrechen, Auto-Morde.

All das schlucken wir. Nur verdauen können wir es nicht. Das Auto macht uns krank; es tötet uns, rasch und effizient und schleichend mit nicht minderem Erfolg.

Und kaum jemand regt sich wirklich darüber auf.

Der Autoindustrie ist die größte Gehirnwäsche der Menschheitsgeschichte gelungen.

Die wenigen Auto-Kritiker sind der Zeit voraus. Jeder Auto-Hasser ist der Prophet einer neuen, einer in jeder Hinsicht gesünderen Zeit.

Demgegenüber sind die Millionen Auto-Fans nichts anderes als unaufgeklärte Nachzügler einer untergehenden Epoche.

Insofern ist von der amtierenden deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel nichts Zukunftsweisendes zu erwarten. Ihr Satz „Wir sollten das Auto nicht zum Buhmann der Nation machen“, ist einfach nur dumm und opportunistisch.

Nehmen wir wahr, was ist: Das Auto ist der kollektive Geiselnehmer der sogenannten zivilisierten Gesellschaften. Wir alle sind seine Opfer.

Fordern wir wenigstens Tempo 30 in bewohnten Gebieten!


vgl. In dubio pro Auto

 


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Wieder lernen, was ein Laster ist.