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Praeceptor Germaniae

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Im Schatten ihres unpathetischen Erscheinens vertritt sie ihren unbedingten Anspruch, Europa zu regieren: Angela Merkel.

Dieser weibliche Praeceptor Germaniae reaktiviert längst überwunden geglaubte Ressentiments gegen Deutschland. Wer als Deutscher die ausländische Presse liest, der sollte gewarnt sein. Man konnotiert Deutschland wieder mit Hakenkreuzen und Hitler-Schnurrbart.

Das Unheil kommt schleichend; die Katastrophe plötzlich wie ein Blitz.

Und dass sie gar nicht so unwahrscheinlich ist, hat uns erst kürzlich der Luxemburger Jean-Claude Juncker ins politische Stammbuch geschrieben: "Wer glaubt, dass sich die ewige Frage von Krieg und Frieden in Europa nie mehr stellt, könnte sich gewaltig irren. Die Dämonen sind nicht weg, sie schlafen nur."

Übrigens, es sind so großartige Gestalten wie Hrabanus Maurus (780-856) und Philipp Melanchton (1497-1560), die den Titel „Praeceptor Germaniae“, Lehrer Deutschlands, führen.

Auf Angela Merkel angewandt, wird der Ehrentitel „Praeceptor Germaniae“ zum Pejorativum, der Titel wird abgewertet und im schlechten Sinne gebraucht. Darauf kann sie nicht stolz sein, darauf darf sie nicht stolz sein. Darauf muss sie mit Besinnung reagieren. Das starre "Weiter so!" geht in die Irre. Es zerstört das europäische Haus noch bevor es überhaupt recht erbaut wurde.

Auf SPIEGEL-ONLINE wird zu dieser Thematik gerade eine Kolumne von Jakob Augstein kontrovers diskutiert: „Deutsche Euro-Retter: Starrsinn, Machthunger, Egoismus“.

 


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