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Unvernünftige Richter in München

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Bildung ist als Herzensweite zu verstehen. Vernünftige und weise Menschen sind, metaphorisch gesprochen, Menschen mit Herz. Nur die Herzlosen werden zur unversieglichen Quelle von Dummheit, Elend und Tod. Herzlosigkeit ist Unvernunft. Herzlosigkeit, gepaart mit scharfem Verstand, ist gesteigerte Unvernunft.

Verstandesheroen der Juristerei können sich bei Herzlosigkeit  im Recht wähnen, weil sie im eng umgrenzten Horizont ihrer Disziplin Presseplätze für den NSU-Prozess in München „richtig“ vergeben haben. Dass ihre „richtige“ Entscheidung keine „wahre“ Entscheidung ist, vermögen sie nicht zu sehen.

Gefesselt an die von allem anderen isolierten Partikularinteressen ihrer Zunft, können die Münchener Richter nicht wahrnehmen, dass ihr Rechtssystem in vielfacher Hinsicht mit unserer Gesellschaft verbunden ist. Diese Richter beherzigen nicht, dass ihre Profession nur Teil eines übergeordneten Ganzen ist.

Das Richtige ihrer rationalen und damit von ihnen als objektiv gewerteten Entscheidung wird in diesem erweiterten Horizont schlicht falsch. Diese Münchener Richter haben nicht gelernt, vernetzt zu denken. Ihnen fehlt die Gabe des integralen Blicks.

Folglich dokumentieren diese hoch ausgebildete Juristen dann, sit venia verbo, man verzeihe das Wort, ihre Gedankenlosigkeit, ja ihre Dummheit. Sie kennen nicht die Spannung zwischen Verstand-orientiertem Recht und der Vernunft-geleiteten Idee der Gerechtigkeit, die immer auch das nächsthöhere Ganze umgreift und mit bedenkt, von dem die juristischen Entscheidungen betroffen sind.

Die Münchener Richter haben bisher bei der Vergabe der Presseplätz zwar juristisch korrekt ihren Verstand gebraucht, dabei aber keine Vernunft walten lassen. Sie kamen zu ungerechten Urteilen.

Das erklärt die Empörung, die ihnen national und international entgegenschlägt.

Als ausgezeichnet ausgebildete juristische Verstandesvirtuosen verstehen sie diese Kritik an ihrer Vorgehensweise überhaupt nicht. Sie reagieren inzwischen bockig. Dadurch bestätigen sie nur ihren Status als Juristen ohne Vernunft. Sie dokumentieren, dass sie in erschreckendem Ausmaß Bildung vermissen lassen. Das hat, wie inzwischen zu besichtigen ist, fatale Folgen.


Vgl. u.a. SPIEGEL-ONLINE vom 29.04.2013: „Losverfahren für NSU-Prozess: Große Medien gehen bei Sitzplatzvergabe leer aus."

 


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