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Von Gewalt und Weicheiern

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Privatisierte Gewalt in der Familie, kommerzialisierte Gewalt in der Wirtschaft, entstaatlichte Gewalt von Warlords repräsentieren unterschiedlich schwere Grade von Kriminalität und Verbrechen.

Einen Ausbruch von Gewalt, und sei er noch so überwältigend wie der am 11. September 2001, als Krieg zu bezeichnen, zerstört die gesamte weltpolitische Architektur. Indem George W. Bush Verbrecher zu Kriegern beförderte, machte er das internationale Kriegsrecht zu Makulatur. Das, was einmal als Krieg galt, wurde zur Verbrecherjagd: „War on terrorism.“

Herauskam die Abdankung der Demokratie, herauskam Guantanamo und Abu-Ghuraib. Herauskam die größte Blamage der westlichen Wertegemeinschaft.

Längst hätte diese unheimliche Fehlentwicklung in der Politik durch den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barack Obama, rückgängig gemacht werden müssen.

Wollte er es nicht? Konnte er es nicht? Waren die Widerstände zu groß?

Um glaubwürdig zu bleiben, hätte er zurücktreten müssen. Diese ethisch gebotene Forderung überfordert wohl jeden Machtinhaber. Immerhin: In seiner letzten Amtsperiode versucht der gefallene Hoffnungsträger das Notwendige doch noch. Und prompt wird der Demokrat Obama von seinen republikanischen Gegnern mit allen nur denkbaren Schmähungen überhäuft: Ein realitätsfremder Idealist, ein Traumtänzer, ein Weichei sei er.

Ach, es werden Weicheier sein, Traumtänzer und Idealisten, die eine bessere Welt wagen. Ob sie noch rechtzeitig wirken können?

 


Zufällig ausgewählte Glosse

Das zur Subjektlosigkeit ausgeblasene Ich wird mit Hilfe der Technik des Coachings als leere Hülle am Leben erhalten.