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Widerlegt

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Eine Minderheit, ausgestattet mit einer überbordenden Fülle von Macht und Einfluss, schreibt gerade die anthropologische Matrix neu.

Das digitale Zeitalter transformiert endgültig jeden von uns zu einem Adressaten des Kapitals.

Wir hören auf, Sehende zu sein, wir werden nur noch gesehen. Wir sind keine Erfassenden mehr, wir sind Erfasste.

Da sind globale Abhörorgien nur konsequent. Das groß angelegte Überwachungsprogramm „Stellar Wind“ der US-amerikanischen „National Security Agency“ (NSA) mit den Teilprogrammen „Mainway“, „Marina“, „Nucleon“ und „PRISM“ ist aus der Sicht des digitalen Menschen kein Skandal. It happens. Die Technik macht es möglich, also wird es gemacht.

Es sind die Überholten, die Umrundeten, die Abgehängten vergangener Tage, die sich über die allgegenwärtige Entwürdigung des Menschen empören.

Marshall McLuhans Vision vom globalen Dorf, in der die mediale Ausdehnung des Menschen zur Menschwerdung des Planeten führen sollte, muss als widerlegt gelten.

Die digitalen Global Player von ganz oben bis ganz unten beunruhigt das nicht.


Marshall McLuhan/Bruce R. Powers/: The Global Village. Der Weg der Mediengesellschaft in das 21. Jahrhundert. Paderborn 1995, S.127.

 


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