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Selbstbeschränkung

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Gehört es zur Freiheit des Menschen, andere unfrei zu machen?

Die Herrschenden können das. Dürfen sie es?

Nicht alles, was wir können, sollen wir auch tun. Aus der anthropologischen Möglichkeit ist kein moralischer Imperativ abzuleiten. So wie wir Atombomben bauen und abwerfen können, ohne es zu sollen, so haben wir auch das Können des bedingungslosen Herrschens zu beherrschen. Wir haben es sein zu lassen.

Es ist dieses Sein-Lassen-Können, das zum Menschen gehört, das ihn auszeichnet vor allen anderen Lebewesen, nicht als Krone der Schöpfung, wohl aber als vernunftbegabtes Wesen.

Dagegen opponiert gerade im Radio ein Medizinethiker. Alles, was der Mensch könne, sei ethisch erlaubt. Das gelte auch für jegliche Eingriffe in den menschlichen Körper, von der Schönheitsoperation bis zum Human-Enhancement einer zügellosen Menschenzüchtung.

Dieser verwirrte Professor belegt seine verwegene These damit, dass derjenige, der für Selbstbeschränkung von Forschung und Technik eintrete, seinerzeit auch den Motorwagen nicht hätte bauen dürfen. Schließlich seien über die Jahre weltweit Millionen Menschen durch das Automobil umgekommen. Wie einsichtig der Mann doch ist. Nur, leider, nimmt er seine eigene Einsicht nicht ernst. Der Gedanke, kein Auto zu haben, lässt ihn forschungstechnische Selbstbeschränkung als Unding erscheinen. So argumentieren heute Fortschrittsteufel.

Wie sich wohl Carl Benz verhalten hätte, wenn er vorausgesehen hätte, was seine Erfindung eines Motorwagens alles anrichten wird?


Vgl. den ERGÄZUNGSTEXT „Ritalin – ein erlaubter Neuro-Enhancer?“

Vgl. auch den TAGEBUCHEINTRAG „Nochmals: Human Enhancement“.

Vgl. auch das PEANUT "Nicht nach Venedig".


 


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