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Form und Inhalt

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Gibt es literarischen Stil ohne Inhalt? Kann reine Form in Inhalt verwandelt werden? Ja, sagt Samuel Beckett.

Er denkt an Finnegans Wake von James Joyce.

Becket  notiert, dass das als besonders schwer geltende Werk überhaupt nicht schwer zu lesen sei, wenn man dies verstanden habe: „Hier ist Form der Inhalt, der Inhalt ist die Form.“ Joyce schreibe „nicht über etwas; sein Schreiben ist dieses etwas selbst.“

Adam Thirlwell widerspricht dem. Form und Inhalt könnten nie identisch sein. Thirlwell beruft sich in seinem Urteil auf Roman Jakobson.


Samuel Beckett: Dante…Bruno. Vico…Joyce. In: Ders.: Stücke. Kleine Prosa. Ausgewählte Werke in einem Band, dt. Frankfurt/Main 1969, S.20

Adam Thirlwell: Der multible Roman, dt. Frankfurt/Main 2013, S.45f.

Thirlwell folgt in seinem Essay über die Weltliteratur den Abenteuern, die Romane bei ihren Reisen durch die Zeit und die Sprachen zu bestehen haben. Von Cervantes und Laurence Sterne über Diderot, Flaubert und Balzac zu Beckett und Borges werden geistreich und anregend Ideen zu Literatur und Sprache, zu Original und Übersetzung ausgebreitet. Ein wahres Lesevergnügen!


Finnegans Wake

 


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